Littlejamie 2.0

Warum ich kein Ironblogger mehr bin

ironbloggerhhEs ist eine großartige Idee: einmal pro Woche bloggen, oder in die Gemeinschaftskasse einzahlen – aus der dann zu gegebener, festzusetzender Zeit zur einen Hälfte gemeinsam gesoffen und zur anderen caritativen Werken unter die Arme gegriffen wird. Toll. Wo nicht nur Sascha Lobo zum Mehrbloggen aufruft, zur Renaissance des eigenen und am besten auch eigens gehosteten Blog. So wie damals, als wir unsere Seelen in Blogger, Antville und LiveJournal hackten. Weil wir mussten.

Wir müssen auch heute noch, aber die Kanäle sind vielfältiger, das Internet flüchtiger geworden. Facebook, Twitter, Google Plus, Storify, Torial… hastenichgesehn. So ist denn Saschas Aufruf als ein Appell zu verstehen, wieder Kontrolle über den selbst produzierten Content zu erlangen. Selbst hosten.

Na ja, erstmal wieder was schreiben, was über 140 Zeichen hinausgeht. Auftritt: Ironblogger. Irgendwann in Berlin gestartet, irgendwann +n auch nach Hamburg geschwappt. Wer mitmacht, verpflichtet sich dazu, mindestens einen Blogpost pro Woche zu schreiben, unabhängig davon, mit welchen oder gar wievielen Blogs er sich angemeldet hat.

Gute Sache das. Dachte ich damals und schrieb mich ein. Mein Blog hatte ich lang genug vernachlässigt. Armes Aschenputtel.

Die Idee war, niemals zu slacken. Das hat mehr so mäßig geklappt. Dreimal musste ich löhnen. Weil… Nun ja, geslackt ist geslackt. Keine Tränen.

Aber nun muss ich raus. Mich enteisen.

Weil ich Woche für Woche das Gefühl habe, ich blogge nur noch für den Ironblogger. Weil ich merke, wie ich immer wieder auf den Kalender schaue und denke “verdammt, nur noch drei Tage. Ich muss dringend irgendwas bloggen!” oder “diese Woche hast du schon, brauchst also nicht mehr…”. Und mich damit selber bremse.

Und das gefällt mir nicht. Ich blogge schon immer eher für mich und weil ich muss. Von innen heraus muss. Von außen gezwungen zu werden ist in etwa wie… heiraten aus steuerlichen Gründen. Pfui bäh.

Deshalb habe ich meinen Austritt bereits angekündigt und hoffe, dass man mich bald aus der Liste streicht. Es hieß “kann sein, dass das erst nächste Woche was wird”. Diesen Blogpost wollte ich eigentlich danach veröffentlichen, nun mache ich das jetzt schon, damit ich nicht ausgerechnet beim Austreten noch slacke. Das wäre nämlich ganz schön dämlich.

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3 thoughts on “Warum ich kein Ironblogger mehr bin

  1. Nadja

    Ich kann deine Argumente super gut nachvollziehen. Bloggen ist wie Tagebuch schreiben… entweder man hat etwas, was raus muss oder nicht.
    Ich wünsche dir daher viel Entspannung und SPaß beim Bloggen ohne IronBlogger ;-)

  2. drikkes

    Ach ja, wenn mal einer dabei ist, der jetzt nicht so die Topqualität aufweist, dann ist das auch kein Beinbruch, denke ich mir. Obwohl ich einmal sogar lieber fünf Euro gezahlt habe, statt ein Video einzubetten und da keine drei Zeilen zu zu schreiben.
    Den anderen kann ich aber vollkommen nach vollziehen. Ich habe auch schon das ein oder andere Mal gedacht: Diese Woche hast Du ja schon, bist aus dem Schneider. Oder sogar mit der Veröffentlichung zwei Tage gewartet, weil das Thema jetzt nicht so akut war. Bzw. mir selbst eingeredet, daß in genau diesen 48 Stunden noch etwas anderes auftaucht, das den vermeintlichen Schnellschuß in anderem Licht erscheinen läßt.

    Gruß aus Köln

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