Littlejamie 2.0

Päpstlicher als der Papst?

Ich habe mich immer gefragt, wieso die Päpste eigentlich immer andere Namen bekommen, wenn sie Papst werden. Warum zum Beispiel aus Karol Wojtyla Johannes Paul II. wurde. Dieser und ähnlicher Namensänderung stehe ich eher skeptisch gegenüber. Warum sollte jemand seinen Namen ändern, nur weil er ein neues Amt bekleidet und/oder in ein neues Land immigriert? Das habe ich noch nie verstanden.

Zur Zeit lese ich aber dieses sehr empfehlenswerte Buch hier und nun hatte ich heute Morgen in der Bahn ein Aha!-Erlebnis: Der neu gewählte Papst sucht sich seinen Namen selbst aus, und gibt damit an, in welche oder vielmehr wessen Richtung er sich zu orientieren gedenkt.

Schade, dass Papst Johannes Paul II. seinem Namensvorgänger Papst Johannes Paul I. (Albino Luciani, der “33-Tage-Papst”) nicht so ganz gerecht wurde.

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19 thoughts on “Päpstlicher als der Papst?

  1. asodesuka

    @ben: hab ja auch nicht vorgehabt Dich zu überzeugen:p Glaub es oder glaub es nicht, mir ist es gleich:D

    gruss und :tätschel:

  2. asodesuka

    yay, das Buch war gut _ aber leider viel zu schnell zu Ende. _ Was letzten Endes wahr ist, wird man nur schwerlich erfahren, wenn man nicht grade einen guten Draht zu entsprechenden Personen hat. Immerhin wurde mir das Buch von einem Jesuiten empfohlen, daher bin ich schon skeptisch. Er sagte nicht das Alles korrekt sei, aber die Ansätze stimmen würden. _ All das fällt aber schon fast wieder unter die Verschwörungstheoretisch, konspirative Kategorie und mit den meisten kann man eh nicht darüber reden, weil man dann ein Spinner/in ist. Mir fällt da mal wieder spontan das Höhlengleichnis ein;)

    Naja, war schön mal hier gewesen zu sein :grins:

  3. Johannes

    Um ein wirkliches Bild von Albino Luciani zu bekommen, wäre es sinnvoll nicht nur Yallops Buch zu lesen. Denn der Autor hat teilweise Wahrheiten mit Unwahrheiten vermischt, die so real wirken, dass der Leser letztlich Yallop vollen Glauben schenkt. Es ist ein Kriminalroman, aber kein Tatsachenbericht. Ich beschäftige mich zur Zeit auch mit Albino Lucianis Leben und habe aus Berichten, zum Beispiel sein Leben, mitbekommen, dass es auch ganz andere Gründe haben kann, als die Verwicklung in die Geldgeschäfte.

  4. kaeng

    Guck die am besten alle am Stück. Sind nur neun Stunden. ;) Ich hab mir das vor ein paar Wochen mal gegeben. War auch das erste Mal, daß ich die gesehen habe. Und ich war sehr angetan. 10 von 10 Punkten.

  5. kaeng

    Jetzt weiss ich endlich, wer der Papst war, der in “Der Pate” heimtückisch mit einer Tasse Gute-Nacht-Tee gemeuchelt wurde. Ich fand den Bischof, der er vorher war, eigentlich sympathisch. Und er hat Michael die Beichte wegen der Sache mit seinem Bruder abgenommen. Im “Paten” wurde JP1 als unbequem dargestellt, weil er einige Dinge im Zusammenhang mit der Vatikan-Bank ändern wollte.
    Das hier empfohlene Buch reizt mich ja schon, allerdings hat mich vasilis Vergleich mit Von Bülow etwas abgeschreckt…

  6. Frau

    wenn Sie (alle an der Diskussion beteiligten) mir eine unqualifizierte Meinung erlauben: Der beste Papst war sowie Johanna!
    (Es sprach die Heidin!)

  7. vasili

    @jamie: stimmt, ökumene gehört kaum zu seinen stärken. der ausstieg aus der schwangerenberatung ist insofern logisch, als die römische kurie abtreibung als tötung ansieht – da ist es nur konsequent, die beratung von abtreibenden frauen zu beenden (und das bitte ich jetzt wertfrei zu verstehen, ich wünschte mir ebenfalls eine kirche, die frauen in not zur seite steht und sie nicht aus prinzipienreiterei im regen stehen lässt).
    letztendlich kann man natürlich endlos darüber diskutieren, ob luciani die katholische kirche verändert oder gar verbessert hätte. abschliessend wird das kaum zu beurteilen sein, weil guter wille allein nicht ausreicht – das ist nicht nur, aber gerade auch im vatikan so.

    @axel: ich stimme ihrer kritik vollumfänglich zu (auch wenn es für die weltfremdheit des papstes z.t. sogar ‘gute’ gründe gibt), glaube aber, dass die zahl der offiziell konfessionslosen mit kath. vergangenheit ohne die ‘sympathiegestalt’ johannes paul II. eher noch höher wäre. das ist aber nur eine vermutung. man liebt den noch-papst nicht, aber er wird gemeinhin respektiert. und gerade seine (für kirchenverhältnisse geradezu unglaublich mutigen) entschuldigungen bei den opfern kirchlicher verfolgung und für das schweigen während des holocaust sollten bei einer beurteilung seiner person nicht unter den tisch fallen. für mich ist wojtyla die bestätigung eines bekannten spruches: “das gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.”

  8. Axel

    Mich stört an Wojtyla vieles – und die massenhaften Konfessionsaustritte sind zu einem großen Teil ihm zu verdanken. Kirche ist eine Organisation, die für die Menschen da sein sollte. Daß sie einen gewissen Konservativismus pflegt, um die Tradition zu pflegen, kann ich verstehen und unterstütze ich auch. Aber die Art und Weise, wie Wojtyla am Leben vorbei! regiert und immer noch der Meinung ist, daß Religion im christlich-westlichen Umfeld die gleiche Rollen spielen müßte wie vor 500 Jahren und dazu noch Intoleranz und Verdammnis zu predigen – das ist der eigentlich Skandal.

    Wer’s mag: bitte. Aber dann will ich auch kein Gejammer hören, daß so viele Menschen sich dazu entscheiden, ohne eine Kirchenmitgliedschaft an Gott zu glauben.

    So, das war jetzt genug Meinung von einem Agnostiker ;)

  9. Jamie

    Nach der Lektüre des Yallopschen Buches denke ich mir, dass Luciani durchaus mehr in Richtung einer liberaleren Kirche bewegt hätte, vielleicht sogar Verhütungsmittel ent-teufelt hätte.

    Was mich an Wojtyla aber enttäuscht hat, war die Tatsache, dass er sich gegen eine Annäherung der verschiedenen Kirchen(richtungen) ausgesprochen und die SchwangerenBeratung abgeschafft hat.

  10. vasili

    soweit ich weiss, war johannes paul I. kein freund von veränderungen, soweit es sich um religiöse themen handelte. gelegentlich wird aber behauptet – z.b. auch von herrn yallop – dass er im gegensatz dazu ein grosser freund von veränderungen in der kirche als organisation war. das kann ich nicht beurteilen, und ich tue mich angesichts der extrem kurzen amtszeit ein bisschen schwer mit solchen behauptungen. aber bitte, lassen sie sich von meinen anmerkungen nicht beeinflussen. eigentlich wollte ich ja nur wissen, warum SIE johannes paul II. in einem gegensatz zu seinem vorgänger sehen.

  11. Jamie

    Konservative Hardliner? Ich gebe zu, ich bin erst bei der Hälfte des Buches angelangt, aber mir scheint, Luciani war ein sehr fortschrittlicher Konservativer, der “lediglich” als Hardliner angesehen wurde. Aber berichtigen Sie mich, wenn ich irre.

  12. vasili

    oh, sie lesen yallop – den von bülow in sachen vatikan. ;-)

    warum ist der zweite denn dem ersten so unähnlich? beide galten bzw. gelten als konservative “hardliner”, wobei johannes paul I. wohl als der sympathischere gelten darf und johannes paul II. als der sendungs- und selbstbewusstere.

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