Gedanken zur Nacht
30.01.2013 02:35 | Kommentare: 1
Immer noch das "unsägliche" Thema der letzten Woche. Dieses Thema, das mich, uns alle mindestens genauso aufwühlt wie die sogenannten "Diskussionen" darüber, die im Fernsehen geführt werden. Ich könnte täglich kotzen, wenn ich sehe, mit welch Scheinheiligkeit und Überheblichkeit den Frauen Betroffenen gönnerhaft auf die Schulter geklopft wird und gesagt wird "ach komm Mädchen, nu hab dich nicht so, hmm?"
Achtung, lang. Aber ich musste mich mal auskotzen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Oder auf roten Faden. Aber wie ich es auf Twitter bereits angekündigt hatte:
Am Schlimmsten - obwohl, nein, ich bin mir gar nicht sicher, was ich schlimmer finde: die Männer, die den alltäglichen Sexismus nicht wahrhaben wollen und mit jedem Blick, jeder Geste, jedem Spruch kleinreden; die Frauen, die schulterzuckend und ebenso gönnerhaft lächelnd behaupten, dass die Männer nunmal hormongesteuerte Orang-Utans (und damit möchte ich keinem Orang-Utan zu nahe treten) sind und eben einfach nichts dafür können; die Männer, die aufschreien (sic!), dass ja auch sie Opfer des weiblichen Sexismus werden; die Frauen, die behaupten, wir befänden uns nicht in einer männlich dominierten Gesellschaft; die Männer, die sich durch die endlich sicht- und hörbaren Stimmen der Frauen persönlich in ihrem Mann-Sein angegriffen fühlen und meinen, "zurückschießen" zu müssen.
Unerträglich die Sendungen, die ich bislang dazu im Fernsehen gesehen habe. Jauch, zdf.login, Lanz. Ich guck diese Sendungen normalerweise nicht, und anscheinend weiß ich auch, wieso.
Die Moderatoren. Überhebliches Dazwischenquatschen, den anderen nicht ausreden lassen, Lanz wie immer schlimmer als Jauch (obwohl...)
Ich habe sehr viel von Günther Jauch gehalten, ich liebe ihn bei "Wer wird Millionär". Aber seine manchmal süffisante Art, die bei der Quizsendung ins Schwarze trifft und ihn sympathisch macht, ist bei so einem ernsten Thema völlig fehl am Platz. Im Grunde hat er damit nichts anderes ausgesagt als "das, was du da sagst, interessiert mich einen Dreck, hör auf mit dem Mimimi, wir verlieren hier wichtige Sendezeit!"
Katrin Sass. Ich bin echt baff über diese Frau. Respektlos, überheblich, arrogant. Wer lauter schreit, hat Recht, oder wie? Ihre Gesprächstaktik war die eines unsichtigen Kriegsgenerals, der auf sein Gegenüber spuckt. Keine Worte.
Wibke Bruhns. Die Überheblichkeit ihres eigenen Sexismus wird ihr nicht mal klar: Männer sind Tiere. Süffisant, von oben herab, steinhart. Sie hat sich ihre Welt durch ihre Erfahrungen zurechtgelegt, es hat für sie ja auch geklappt. Verdrängung? Mit Sicherheit. Was immer ihr passiert ist (und ihr ist mit sicherheit eine Menge passiert, allein schon durch die Zeit/Epoche, in der sie jung und aktiv war), sie hat es zugunsten von Ruhe/Karriere/... verdrängt, geleugnet. "Ich doch nicht"-Mentalität.
Und dann das "Es ist nunmal so, es wird sich nichts ändern". Na ja, vor dreißig Jahren hatten Frauen in der Schweiz nicht mal Wahlrecht, §175 StGB wurde in Deutschland erst 1994 vollständig aufgehoben. Dinge ändern sich, Menschen ändern sich, Gesellschaften ändern sich. Nichts bleibt wie es mal vor 10, 100, 1000 Jahren war. Wir würden noch in Höhlen leben und Mammuts jagen.
Schlimm find ich auch alle, die sagen "na ja, wenn das George Clooney oder Brad Pitt gewesen wären, würde sie sich nicht so aufregen". Und wenn das die Mutter von Brad Pitt ist! Als wenn das den Übergriff irgendwie weniger schlimm machen würde.
Stichwort Pickup Artist, Date Doktor. Warum sind das eigentlich Männer, die anderen Männern zeigen, wie sie Frauen erobern? Warum nicht Frauen? Die wüssten doch viel besser, wie sie erobert werden möchten (wenn sie überhaupt erobert werden möchten, diese Diskussion will ich gerade nicht auch noch starten). Ich mein, ich lass mir doch auch nicht von einem Blinden erklären, welche Farben Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle genutzt hat und wie sie abhängig von der Lichteinstrahlung auf den Zuschauer wirken.
Im Grunde ist es einfach: es geht um Respekt. Punkt.
Oder um das mal plastischer darzustellen: behandle mich so,
Achtung, lang. Aber ich musste mich mal auskotzen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Oder auf roten Faden. Aber wie ich es auf Twitter bereits angekündigt hatte:
Möchte manchmal was zu #aufschrei bloggen, befürchte aber Unbesonnenheit und Emotionalität. Und Sprachlosigkeit.
— Ina Marinescu (@littlejamie) January 29, 2013
Am Schlimmsten - obwohl, nein, ich bin mir gar nicht sicher, was ich schlimmer finde: die Männer, die den alltäglichen Sexismus nicht wahrhaben wollen und mit jedem Blick, jeder Geste, jedem Spruch kleinreden; die Frauen, die schulterzuckend und ebenso gönnerhaft lächelnd behaupten, dass die Männer nunmal hormongesteuerte Orang-Utans (und damit möchte ich keinem Orang-Utan zu nahe treten) sind und eben einfach nichts dafür können; die Männer, die aufschreien (sic!), dass ja auch sie Opfer des weiblichen Sexismus werden; die Frauen, die behaupten, wir befänden uns nicht in einer männlich dominierten Gesellschaft; die Männer, die sich durch die endlich sicht- und hörbaren Stimmen der Frauen persönlich in ihrem Mann-Sein angegriffen fühlen und meinen, "zurückschießen" zu müssen.
Unerträglich die Sendungen, die ich bislang dazu im Fernsehen gesehen habe. Jauch, zdf.login, Lanz. Ich guck diese Sendungen normalerweise nicht, und anscheinend weiß ich auch, wieso.
Die Moderatoren. Überhebliches Dazwischenquatschen, den anderen nicht ausreden lassen, Lanz wie immer schlimmer als Jauch (obwohl...)
Ich habe sehr viel von Günther Jauch gehalten, ich liebe ihn bei "Wer wird Millionär". Aber seine manchmal süffisante Art, die bei der Quizsendung ins Schwarze trifft und ihn sympathisch macht, ist bei so einem ernsten Thema völlig fehl am Platz. Im Grunde hat er damit nichts anderes ausgesagt als "das, was du da sagst, interessiert mich einen Dreck, hör auf mit dem Mimimi, wir verlieren hier wichtige Sendezeit!"
Katrin Sass. Ich bin echt baff über diese Frau. Respektlos, überheblich, arrogant. Wer lauter schreit, hat Recht, oder wie? Ihre Gesprächstaktik war die eines unsichtigen Kriegsgenerals, der auf sein Gegenüber spuckt. Keine Worte.
Wibke Bruhns. Die Überheblichkeit ihres eigenen Sexismus wird ihr nicht mal klar: Männer sind Tiere. Süffisant, von oben herab, steinhart. Sie hat sich ihre Welt durch ihre Erfahrungen zurechtgelegt, es hat für sie ja auch geklappt. Verdrängung? Mit Sicherheit. Was immer ihr passiert ist (und ihr ist mit sicherheit eine Menge passiert, allein schon durch die Zeit/Epoche, in der sie jung und aktiv war), sie hat es zugunsten von Ruhe/Karriere/... verdrängt, geleugnet. "Ich doch nicht"-Mentalität.
Und dann das "Es ist nunmal so, es wird sich nichts ändern". Na ja, vor dreißig Jahren hatten Frauen in der Schweiz nicht mal Wahlrecht, §175 StGB wurde in Deutschland erst 1994 vollständig aufgehoben. Dinge ändern sich, Menschen ändern sich, Gesellschaften ändern sich. Nichts bleibt wie es mal vor 10, 100, 1000 Jahren war. Wir würden noch in Höhlen leben und Mammuts jagen.
Schlimm find ich auch alle, die sagen "na ja, wenn das George Clooney oder Brad Pitt gewesen wären, würde sie sich nicht so aufregen". Und wenn das die Mutter von Brad Pitt ist! Als wenn das den Übergriff irgendwie weniger schlimm machen würde.
Stichwort Pickup Artist, Date Doktor. Warum sind das eigentlich Männer, die anderen Männern zeigen, wie sie Frauen erobern? Warum nicht Frauen? Die wüssten doch viel besser, wie sie erobert werden möchten (wenn sie überhaupt erobert werden möchten, diese Diskussion will ich gerade nicht auch noch starten). Ich mein, ich lass mir doch auch nicht von einem Blinden erklären, welche Farben Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle genutzt hat und wie sie abhängig von der Lichteinstrahlung auf den Zuschauer wirken.
Im Grunde ist es einfach: es geht um Respekt. Punkt.
Oder um das mal plastischer darzustellen: behandle mich so,
- als wäre ich
- dein männlicher Chef
- deine Mutter/Schwester/Tochter/Frau
- als wäre
- deine Mutter/Schwester/Tochter/Frau oder
- mein Mann/Freund
- wie du möchtest, dass man deine Mutter/Schwester/Tochter/Frau behandelt.
Kommentare
30.01.2013 - 17:53
Ich mochte Katrin Sass. Ich mag Katrin Sass nicht mehr. Ich schaute gern den Millionär, ich kann das nicht mehr so unvoreingenommen. Ich fand Frau Bruhns bemerkenswert. Nun ja.
Nur der Lanz hat mich nicht überrascht.
Genau so. Schrecklich.

