Februar 2013
Ich liebe Kurzfilme
25.02.13 23:40 | Kommentare: 0
Ich weiß nicht mehr, wo ich diesen hier gefunden hab, aber er wartet seit einigen Tagen in einem Browsertab darauf, dass ich ihn endlich gucke.
Hab ich eben getan. Wunderbar.
Hab ich eben getan. Wunderbar.
Irgendwann...
24.02.13 00:32 | Kommentare: 1
...kauf wünsch ich mir eine Pastamaschine und eine Ravioliform.
Ich brauche mal kurz eure Hilfe
21.02.13 17:14 | Kommentare: 14
Eine Bekannte eröffnet demnächst einen Beauty-Salon, in dem sie hochwertige dauerhafte Wimpernverlängerungen anbieten wird.
Sie hat schon zwei Namen und dazugehörige Logos, weiß nun aber nicht genau, wie diese für Außenstehende so wirken. Hier kommt ihr ins Spiel.
Wie findet ihr die zwei Ideen? Wie wirken sie auf euch? Wie wirken die Logos dazu? Woran denkt ihr, wenn ihr sie seht? Fällt euch sonst noch was dazu ein/auf? Welches passt eurer Meinung nach besser? Warum?
Und das sind die Vorschläge:
Nr. 1: "b3 famous" (von "be famous", wobei befamous.de schon weg ist, deswegen das "b3")
Nr. 2. "chichiko" (abgeleitet von ihrem eigenen Namen Gina)
Kommentare werden entweder hier oder auf Facebook entgegengenommen.
Ich danke euch allen.
Sie hat schon zwei Namen und dazugehörige Logos, weiß nun aber nicht genau, wie diese für Außenstehende so wirken. Hier kommt ihr ins Spiel.
Wie findet ihr die zwei Ideen? Wie wirken sie auf euch? Wie wirken die Logos dazu? Woran denkt ihr, wenn ihr sie seht? Fällt euch sonst noch was dazu ein/auf? Welches passt eurer Meinung nach besser? Warum?
Und das sind die Vorschläge:
Nr. 1: "b3 famous" (von "be famous", wobei befamous.de schon weg ist, deswegen das "b3")

Nr. 2. "chichiko" (abgeleitet von ihrem eigenen Namen Gina)

Ich danke euch allen.
Faustkeil, revisited
18.02.13 15:07 | Kommentare: 1
Ich bin ein Haben-Mensch. Und ich koche recht viel. Diese Kombination führt dazu, dass sich in meiner Küche lauter Dinge anfinden, die ich so lange für unverzichtbar halte, bis ich sie in irgendwelchen Ecken meiner Küche vergesse. Nichtsdestotrotz gibt es da draußen immer noch neue Dinge, die ich unbedingt haben will.
Wobei das mit dem Habenwollen ja so eine Sache ist. Küchenhelfer sollen einem eigentlich das Arbeiten in der Küche erleichtern. Manchmal verstopfen sie aber nur die Schränke, weil man vergessen hat, dass man sie hat. Und manchmal ändert man auch seine Ansichten und findet Dinge überflüssig, ohne die man früher nicht leben mochte - und umgekehrt.
Ich zum Beispiel konnte mir früher ein Leben ohne eine Knoblauchpresse nicht vorstellen. Seit ich jedoch Anthony Bourdain gelesen habe, langweilt sich das Ding im Schrank. Ich bin irgendwann dazu übergegangen, Knoblauch ohne viel Aufhebens ganz schnell grobzuhacken. Ich liebe grobgehackten Knoblauch. Was soll ich mich lange mit Rumpfriemeln aufhalten? Zack, zack, das Messer ein-zweimal drauffallen lassen, fertig. Soviel Zeit und Geduld hab ich nicht. Außerdem hab ich gern was zu beißen.
Der Erfindungsreichtum des Menschen ist großartig. Was wir uns nicht alles einfallen lassen, um uns das Leben und die tägliche Arbeit zu erleichtern. Das haben wir von unseren Vorfahren. Ihr wisst schon, Faustkeil und so. Was Menschen heutzutage so ersinnen, um ja nichts mehr mit den bloßen Fingern anfassen und sich dreckig machen zu müssen, ist erstaunlich. Mit Hilfe der folgenden Übersicht teile ich meine Küchenhelfer grob in folgende Kategorien:
A: Besitze ich
- Der Mann hat neulich ganz stolz eine Parmesan-Trommelreibe gekauft. Ich habe jahrelang von solch einem Gerät geträumt. Nun ist sie da und ich hasse sie. Ehrlich, ich hasse ihre Handhabung, ich hasse ihre Löcher, ich hasse es, dass sie zu viel Platz im Schrank einnimmt. Alles bäh. Ich nehme für geriebenen Hartkäse (und in meiner zurzeit vorherrschenden italienischen Phase nutze ich davon eine Menge) eine "Gourmet" Reibe, so ein konkaves Metalllineal mit eingestanzten Löchern, wie man das von der Vierkantreibe herkennt. Diese fiese Seite, an der man sich immer ganz hässlich die Haut abschabt, wenn man nicht aufpasst. Die macht wunderschönen Parmesanpulver, und nicht solche flachen Möchtegernwürmchen wie die andere.
- Was wir auch noch haben, aber nur eine Saison lang genutzt haben, ist ein Trüffelhobel. Der Mann wollte den aus Cilento mitgebrachten Trüffel nicht verwursten, bevor wir nicht einen richtigen Hobel unser Eigen nannten. Er ging los und kam erstmal nicht wieder, denn Beratung und Aussuchen dauerten lange. Währenddessen zuckte ich mit den Schultern und hobelte den Trüffel mit dem Messer.
- Vor Jahren erstanden, ist mir meine Salatschleuder sehr ans Herz gewachsen, auch wenn ich sie in letzter Zeit seltener aus dem Schrank hole. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich jüngst keinen Salat mehr zubereitet habe. Oder daran, dass ich die letzten Male das Grünzeug in einem Küchentuch... Ach, wer will das schon so genau wissen.
- Komplett Überflüssiges habe oder hatte ich übrigens auch. Einen Spargeltopf zum Beispiel. Dieses hohe Ding, das ewig braucht, bis das Wasser darin heiß ist, und aus dessen Stahlkorb die dünneren Spargelstangen rausfallen. Hab ich meiner Schwester geschenkt. Ich bereite eh nur noch den grünen Spargel zu, der ist in Nullkommanix knackig gegart. Und zwar im Liegen.
- Und als ich mir irgendwann einen Fleischwolf gekauft hatte, fühlte ich mich endlich erwachsen. Genau, ein einziges Mal genutzt. Trotzdem.
B: Will ich unbedingt haben
- Die gute, alte Vierkantreibe. Hätt ich gern. Fand ich früher doof, weil archaisch, omamäßig. Aber so langsam erkenne ich ihren Wert. Sie steht auf ihren eigenen vier Beinen, äh Seiten. Sie rutscht nicht. Und wenn ich mir ein Premium-Produkt gekauft habe, kann ich das Geriebene auch erstmal in der Auffangschale im Fuß sammeln, um es dann elegant mit einem Schwung übers Essen zu streuen. Großartig. Ja ja, durchaus, ich will eine haben.
- Was ich auch noch ganz dringend brauche, ist eine Flotte Lotte, auch Passiermühle genannt. Wobei dringend... Das wird eher eins von diesen "man weiß nie, wozu man sie irgendwann mal brauchen wird"-Dingern. Ist mir nämlich noch nie passiert, dass ich etwas hätte passieren wollen. Hmm, mir dünkt, ich brauche sie vielleicht doch nicht.
- Gern hätte ich auch eines dieser Töpfe, in denen ein Siebeinsatz hängt, mit denen man Pasta kochen und ohne Verlust von Kochwasser abtropfen kann. Perfekt für mich als neuen Pasta-Experten. Ihr wisst schon, Pasta darf man auf keinen Fall einfach so in ein Sieb im Waschbecken kippen, sobald sie al dente ist, das ist pfui. Man muss sie aus dem Kochwasser heben, weil man mit dem Kochwasser ja noch die Sauce sämig kriegt. Aber der Preis ist mir gerade ein wenig zu stolz.
- Manchmal träume ich von einem Römertopf. Ich weiß nicht wirklich, wofür man ihn braucht, aber die Idee, dass ich das Ding wässern kann, bevor ich das Gargut hineingebe, macht mich irgendwie an.
- Meiner Mutter hab ich vor Jahren diesen großartigen Hähnchenbräter geschenkt, wobei ihrer eher ein Kamel ist und kein Dromedar. Sie hat ihn bis heute nicht genutzt. Ich glaub, ich werde ihn ihr mal abschwatzen, und dann gibt's hier Broiler am laufenden Band! (Hier irres Lachen einfügen.)
- Ganz und gar großartig und unverzichtbar ist in meinen Augen aber diese Kräuterschere. Aus der Abteilung "Braucht kein Mensch, muss ich unbedingt haben". Ich meine, wie toll ist das denn bitte? Kein Messerwetzen mehr, keine ungleichen Stücke, schnipp-schnapp und der Schnittlauch ist DIN-genormt! Grandios. (Super find ich auch den Tipp dort: Schreddern Sie mit dieser Schere auch vertrauliche Dokumente oder sogar die Kreditkarte. Wenn DAS nicht toll ist.)
C: Komplett albernes Zeug, das niemand braucht und deswegen verdient, ausgelacht zu werden
- Platz Nummer 3: Der Kräuterschneider. Cousin ersten Grades von der elektrischen Pfeffermühle mit Beleuchtung. Eher überflüssig als albern, aber trotzdem.
- Platz Nummer 2: Die Torten-Tränkhilfe. Dafuq? Erinnert mich an die Strähnchenhauben beim Friseur.
- Und die ungeschlagene Nummer 1: Die Sushi-Rollhilfe. Sieht aus wie diese furchtbaren Geräte, mit denen man seine Filterzigaretten rollt und die ich noch nie verstanden hab. Aber ich baue ja auch meinen HTML-Code per Hand. Genau wie meine Sushi-Rollen. Sushi-Rollhilfe, also ehrlich. Was kommt als Nächstes, eine Kauhilfe für besonders hartnäckige Speisen?
Und dann gibt es noch die Abteilung "die Zukunft wird geil, ich kann's kaum erwarten". Maschinen, die alles können: hacken, schneiden, mischen und sogar braten. Mein Nerd-Ich sabbert schon.
Wobei das mit dem Habenwollen ja so eine Sache ist. Küchenhelfer sollen einem eigentlich das Arbeiten in der Küche erleichtern. Manchmal verstopfen sie aber nur die Schränke, weil man vergessen hat, dass man sie hat. Und manchmal ändert man auch seine Ansichten und findet Dinge überflüssig, ohne die man früher nicht leben mochte - und umgekehrt.
Ich zum Beispiel konnte mir früher ein Leben ohne eine Knoblauchpresse nicht vorstellen. Seit ich jedoch Anthony Bourdain gelesen habe, langweilt sich das Ding im Schrank. Ich bin irgendwann dazu übergegangen, Knoblauch ohne viel Aufhebens ganz schnell grobzuhacken. Ich liebe grobgehackten Knoblauch. Was soll ich mich lange mit Rumpfriemeln aufhalten? Zack, zack, das Messer ein-zweimal drauffallen lassen, fertig. Soviel Zeit und Geduld hab ich nicht. Außerdem hab ich gern was zu beißen.
Der Erfindungsreichtum des Menschen ist großartig. Was wir uns nicht alles einfallen lassen, um uns das Leben und die tägliche Arbeit zu erleichtern. Das haben wir von unseren Vorfahren. Ihr wisst schon, Faustkeil und so. Was Menschen heutzutage so ersinnen, um ja nichts mehr mit den bloßen Fingern anfassen und sich dreckig machen zu müssen, ist erstaunlich. Mit Hilfe der folgenden Übersicht teile ich meine Küchenhelfer grob in folgende Kategorien:
A: Besitze ich
- Der Mann hat neulich ganz stolz eine Parmesan-Trommelreibe gekauft. Ich habe jahrelang von solch einem Gerät geträumt. Nun ist sie da und ich hasse sie. Ehrlich, ich hasse ihre Handhabung, ich hasse ihre Löcher, ich hasse es, dass sie zu viel Platz im Schrank einnimmt. Alles bäh. Ich nehme für geriebenen Hartkäse (und in meiner zurzeit vorherrschenden italienischen Phase nutze ich davon eine Menge) eine "Gourmet" Reibe, so ein konkaves Metalllineal mit eingestanzten Löchern, wie man das von der Vierkantreibe herkennt. Diese fiese Seite, an der man sich immer ganz hässlich die Haut abschabt, wenn man nicht aufpasst. Die macht wunderschönen Parmesanpulver, und nicht solche flachen Möchtegernwürmchen wie die andere.
- Was wir auch noch haben, aber nur eine Saison lang genutzt haben, ist ein Trüffelhobel. Der Mann wollte den aus Cilento mitgebrachten Trüffel nicht verwursten, bevor wir nicht einen richtigen Hobel unser Eigen nannten. Er ging los und kam erstmal nicht wieder, denn Beratung und Aussuchen dauerten lange. Währenddessen zuckte ich mit den Schultern und hobelte den Trüffel mit dem Messer.
- Vor Jahren erstanden, ist mir meine Salatschleuder sehr ans Herz gewachsen, auch wenn ich sie in letzter Zeit seltener aus dem Schrank hole. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich jüngst keinen Salat mehr zubereitet habe. Oder daran, dass ich die letzten Male das Grünzeug in einem Küchentuch... Ach, wer will das schon so genau wissen.
- Komplett Überflüssiges habe oder hatte ich übrigens auch. Einen Spargeltopf zum Beispiel. Dieses hohe Ding, das ewig braucht, bis das Wasser darin heiß ist, und aus dessen Stahlkorb die dünneren Spargelstangen rausfallen. Hab ich meiner Schwester geschenkt. Ich bereite eh nur noch den grünen Spargel zu, der ist in Nullkommanix knackig gegart. Und zwar im Liegen.
- Und als ich mir irgendwann einen Fleischwolf gekauft hatte, fühlte ich mich endlich erwachsen. Genau, ein einziges Mal genutzt. Trotzdem.
B: Will ich unbedingt haben
- Die gute, alte Vierkantreibe. Hätt ich gern. Fand ich früher doof, weil archaisch, omamäßig. Aber so langsam erkenne ich ihren Wert. Sie steht auf ihren eigenen vier Beinen, äh Seiten. Sie rutscht nicht. Und wenn ich mir ein Premium-Produkt gekauft habe, kann ich das Geriebene auch erstmal in der Auffangschale im Fuß sammeln, um es dann elegant mit einem Schwung übers Essen zu streuen. Großartig. Ja ja, durchaus, ich will eine haben.
- Was ich auch noch ganz dringend brauche, ist eine Flotte Lotte, auch Passiermühle genannt. Wobei dringend... Das wird eher eins von diesen "man weiß nie, wozu man sie irgendwann mal brauchen wird"-Dingern. Ist mir nämlich noch nie passiert, dass ich etwas hätte passieren wollen. Hmm, mir dünkt, ich brauche sie vielleicht doch nicht.
- Gern hätte ich auch eines dieser Töpfe, in denen ein Siebeinsatz hängt, mit denen man Pasta kochen und ohne Verlust von Kochwasser abtropfen kann. Perfekt für mich als neuen Pasta-Experten. Ihr wisst schon, Pasta darf man auf keinen Fall einfach so in ein Sieb im Waschbecken kippen, sobald sie al dente ist, das ist pfui. Man muss sie aus dem Kochwasser heben, weil man mit dem Kochwasser ja noch die Sauce sämig kriegt. Aber der Preis ist mir gerade ein wenig zu stolz.
- Manchmal träume ich von einem Römertopf. Ich weiß nicht wirklich, wofür man ihn braucht, aber die Idee, dass ich das Ding wässern kann, bevor ich das Gargut hineingebe, macht mich irgendwie an.
- Meiner Mutter hab ich vor Jahren diesen großartigen Hähnchenbräter geschenkt, wobei ihrer eher ein Kamel ist und kein Dromedar. Sie hat ihn bis heute nicht genutzt. Ich glaub, ich werde ihn ihr mal abschwatzen, und dann gibt's hier Broiler am laufenden Band! (Hier irres Lachen einfügen.)
- Ganz und gar großartig und unverzichtbar ist in meinen Augen aber diese Kräuterschere. Aus der Abteilung "Braucht kein Mensch, muss ich unbedingt haben". Ich meine, wie toll ist das denn bitte? Kein Messerwetzen mehr, keine ungleichen Stücke, schnipp-schnapp und der Schnittlauch ist DIN-genormt! Grandios. (Super find ich auch den Tipp dort: Schreddern Sie mit dieser Schere auch vertrauliche Dokumente oder sogar die Kreditkarte. Wenn DAS nicht toll ist.)
C: Komplett albernes Zeug, das niemand braucht und deswegen verdient, ausgelacht zu werden
- Platz Nummer 3: Der Kräuterschneider. Cousin ersten Grades von der elektrischen Pfeffermühle mit Beleuchtung. Eher überflüssig als albern, aber trotzdem.
- Platz Nummer 2: Die Torten-Tränkhilfe. Dafuq? Erinnert mich an die Strähnchenhauben beim Friseur.
- Und die ungeschlagene Nummer 1: Die Sushi-Rollhilfe. Sieht aus wie diese furchtbaren Geräte, mit denen man seine Filterzigaretten rollt und die ich noch nie verstanden hab. Aber ich baue ja auch meinen HTML-Code per Hand. Genau wie meine Sushi-Rollen. Sushi-Rollhilfe, also ehrlich. Was kommt als Nächstes, eine Kauhilfe für besonders hartnäckige Speisen?
Und dann gibt es noch die Abteilung "die Zukunft wird geil, ich kann's kaum erwarten". Maschinen, die alles können: hacken, schneiden, mischen und sogar braten. Mein Nerd-Ich sabbert schon.
Der Selbstkocher
15.02.13 22:54 | Kommentare: 5
Meine Großeltern hatten einen Samowar. Das messingfarbene Riesending staubte im kleinen Zimmer vor sich hin, ich habe nie gesehen, dass ihn irgendwer jemals benutzte. Eingequetscht zwischen Büchern und alten Fotoalben, halb zugedeckt mit einer bunten Decke, schien er sich mit seinem Schicksal als vergessenes Totem abgefunden zu haben. Ich wusste nie, wozu er diente. "Samowar. Zum Tee machen", erzählten sie mir auf meine Frage hin. Erklärt war das damit noch lange nicht, aber ich fragte nicht nach.
Ich denke oft über den alten Samowar meiner Großeltern nach und was wohl aus ihm geworden ist. Womöglich haben sie ihn an andere alte Leute verkauft, die ihn auch nie nutzten.
Doch was ist eigentlich ein Samowar? Ich schaue nach und finde:
Ein Wasserkocher also, ein Küchenhelfer. Na sowas. Meine Illusion der großen Magie ist verpufft. Hmm.
Ich habe keine Ahnung, wie der Samowar meiner Großeltern beheizt wurde. Ob er wohl schon so modern war und über eine Stromzufuhr (ich denke da an textilummantelte Kabel und Bakelitstecker) verfügte? Ob es wohl hilft, meine Mutter zu fragen? Ich ziehe dies in Betracht. Für später.
Denn erstmal lese ich weiter. "Brennstoffe, Verbrennungsluft, Lochblende, Kamineffekt..." Ich kann mir darunter nichts vorstellen. Warum ist denn da keine Grafik, mensch?
Doch da:
Das ist doch genau das Prinzip, das die türkischen Imbisse und Restaurants bei ihrem Tee verfolgen. Sie arbeiten auch mit Teekonzentrat, den sie lediglich mit heißem Wasser auffüllen. Oder? Wer kennt sich da aus? Hande?
OK, weiterlesen.
Ach nein, das ist ja niedlich:
Podstakannik! Was für ein bezauberndes Wort! Ich bin ganz hingerissen und möchte das Wort knuddeln. (Auch wenn sich mir nicht erschließt, wie man durch einen metallenen Halter vor der Hitze eines heißen Glases geschützt sein soll, aber nun gut.)
Sachen gibt's...
Wenn man also von dem türkischen Çay absieht, habe ich noch nie Tee aus einem Samowar getrunken, was schade ist.
Ich wünschte, meine Großeltern hätten sich die Zeit und Muße genommen, sich mit uns Enkelkindern für eine ruhige Teestunde hinzusetzen, uns das Messingmonstrum ausführlich zu erklären, um dann selbstgesamowarten Tee zu genießen. Wir hätten womöglich Spaß dran gehabt.
Zumindest in der Retrospektive.

Doch was ist eigentlich ein Samowar? Ich schaue nach und finde:
само samo – "selbst", вар war – "kocht"; wörtlich "Selbstkocher"
Ein Wasserkocher also, ein Küchenhelfer. Na sowas. Meine Illusion der großen Magie ist verpufft. Hmm.
Ursprünglich wurde ein Samowar mit Holzkohle oder Petroleum beheizt, modernere Modelle funktionieren jedoch meist mit elektrischen Heizelementen ähnlich wie bei heutigen Wasserkochern.
Ich habe keine Ahnung, wie der Samowar meiner Großeltern beheizt wurde. Ob er wohl schon so modern war und über eine Stromzufuhr (ich denke da an textilummantelte Kabel und Bakelitstecker) verfügte? Ob es wohl hilft, meine Mutter zu fragen? Ich ziehe dies in Betracht. Für später.
Denn erstmal lese ich weiter. "Brennstoffe, Verbrennungsluft, Lochblende, Kamineffekt..." Ich kann mir darunter nichts vorstellen. Warum ist denn da keine Grafik, mensch?
Doch da:
"...kein servierfertiger Tee... Teekonzentrat – die sogenannte Sawarka..."
Ha! jetzt wird's spannend. "Den trinkbaren Tee erhält man erst, indem man eine kleine Menge Teekonzentrat mit dem kochenden Wasser aus dem Samowar verdünnt, in etwa im Verhältnis von 1:3 bis 1:10."
Das ist doch genau das Prinzip, das die türkischen Imbisse und Restaurants bei ihrem Tee verfolgen. Sie arbeiten auch mit Teekonzentrat, den sie lediglich mit heißem Wasser auffüllen. Oder? Wer kennt sich da aus? Hande?
OK, weiterlesen.
Ach nein, das ist ja niedlich:
Ein heißes Teeglas wird oft in einen metallenen Halter, den Podstakannik, eingesetzt...
Podstakannik! Was für ein bezauberndes Wort! Ich bin ganz hingerissen und möchte das Wort knuddeln. (Auch wenn sich mir nicht erschließt, wie man durch einen metallenen Halter vor der Hitze eines heißen Glases geschützt sein soll, aber nun gut.)
Sachen gibt's...
Wenn man also von dem türkischen Çay absieht, habe ich noch nie Tee aus einem Samowar getrunken, was schade ist.
Ich wünschte, meine Großeltern hätten sich die Zeit und Muße genommen, sich mit uns Enkelkindern für eine ruhige Teestunde hinzusetzen, uns das Messingmonstrum ausführlich zu erklären, um dann selbstgesamowarten Tee zu genießen. Wir hätten womöglich Spaß dran gehabt.
Zumindest in der Retrospektive.
Is this the way to Amarillo?
11.02.13 15:25 | Kommentare: 0
Als Teenager hatte ich eine große USA-Karte an der Wand neben meinem Bett hängen. Ich saß oft stundenlang auf dem Bett, von links das Licht, die USA im Rücken, und las. Meistens dicke Schinken über den amerikanischen Bürgerkrieg. Diese Passion hatte mit "Vom Winde verweht" begonnen und hielt mich einige Jahre in ihren Bann.
Die Karte befriedigte mich auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Eigentlich war es ein doppelseitiges Werbeposter: die Vorderseite schmückte eine weite Prärielandschaft mit einem Truck im Vordergrund, die Rückseite eben die Landkarte. Und da ich das Poster zweimal besaß, hatte ich oben den Truck und unten Amerika, in Staatengrenzen und Highways eingeteilt.

Das Poster oben gab mir das Gefühl von Weite und Freiheit, von ewigem Sommer und dem amerikanischen Traum. Die endlosen Straßen, die scheinbar bis zum Ende der Welt reichen, die wabernde Hitze auf dem Asphalt, das alles kannte ich nur aus Filmen - und eben von meinem Poster.
Zum anderen diente mir die Landkarte in Augenhöhe als Instrument zur Orientierung in meinen Büchern und zur Bildung. Immer wenn in einem Buch der Name eines Ortes fiel, den ich nicht kannte oder einzuordnen wusste, konnte ich mich einfach umdrehen und diesen Ort auf der Karte aufspüren. Atlanta? Amarillo? Albuquerque? Ich konnte Texte schon immer gut durchscannen, lange bevor ich das Wort "scannen" überhaupt kannte.
Lange Zeit war die Karte mein treuer Begleiter. Ich wusste immer, ich kann mich auf sie verlassen. Ein Blick, und sie offenbarte mir ihre tiefsten Geheimnisse. Jedes noch so kleine Dorf, jede noch so versteckte Straße - einfach nur den Kopf wenden, und sie waren alle mein.
Nach Jahren des Anschmiegens war sie dann irgendwann abgewetzt, an den Rändern zerschlissen und mit Tesafilm geflickt, die Ecken eingerissen wie trockene Mundwinkel. Ich musste mich von ihr verabschieden. Doch in letzter Sekunde kam mir die rettende Idee. Ich könnte doch die Poster einfach umtauschen, dann hätte ich zwar einen zerfransten Truck oben, aber wen kümmert das schon? Denn unten, mir zugewandt, hätte ich dann eine neue Karte, eine jungfräuliche, glatte, heile.
Ich weiß nicht mehr, was mit der Karte am Ende passiert ist. Ich erinnere mich nicht mehr, wie lange die zweite Version noch hinter mir hing, wieviele Monate - oder gar Jahre - wir uns aneinander erfreuten. Ich habe sie schon lange nicht mehr, sie gehört zu den alten Erinnerungen. Und dennoch, wann immer ich den Namen einer amerikanischen Stadt höre, die mir unbekannt ist, drehe ich instinktiv den Kopf. Wie um auf der Karte nachzusehen, ob ich ihn schnell finden kann.
Die Karte befriedigte mich auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Eigentlich war es ein doppelseitiges Werbeposter: die Vorderseite schmückte eine weite Prärielandschaft mit einem Truck im Vordergrund, die Rückseite eben die Landkarte. Und da ich das Poster zweimal besaß, hatte ich oben den Truck und unten Amerika, in Staatengrenzen und Highways eingeteilt.

Das Poster oben gab mir das Gefühl von Weite und Freiheit, von ewigem Sommer und dem amerikanischen Traum. Die endlosen Straßen, die scheinbar bis zum Ende der Welt reichen, die wabernde Hitze auf dem Asphalt, das alles kannte ich nur aus Filmen - und eben von meinem Poster.
Zum anderen diente mir die Landkarte in Augenhöhe als Instrument zur Orientierung in meinen Büchern und zur Bildung. Immer wenn in einem Buch der Name eines Ortes fiel, den ich nicht kannte oder einzuordnen wusste, konnte ich mich einfach umdrehen und diesen Ort auf der Karte aufspüren. Atlanta? Amarillo? Albuquerque? Ich konnte Texte schon immer gut durchscannen, lange bevor ich das Wort "scannen" überhaupt kannte.
Lange Zeit war die Karte mein treuer Begleiter. Ich wusste immer, ich kann mich auf sie verlassen. Ein Blick, und sie offenbarte mir ihre tiefsten Geheimnisse. Jedes noch so kleine Dorf, jede noch so versteckte Straße - einfach nur den Kopf wenden, und sie waren alle mein.
Nach Jahren des Anschmiegens war sie dann irgendwann abgewetzt, an den Rändern zerschlissen und mit Tesafilm geflickt, die Ecken eingerissen wie trockene Mundwinkel. Ich musste mich von ihr verabschieden. Doch in letzter Sekunde kam mir die rettende Idee. Ich könnte doch die Poster einfach umtauschen, dann hätte ich zwar einen zerfransten Truck oben, aber wen kümmert das schon? Denn unten, mir zugewandt, hätte ich dann eine neue Karte, eine jungfräuliche, glatte, heile.
Ich weiß nicht mehr, was mit der Karte am Ende passiert ist. Ich erinnere mich nicht mehr, wie lange die zweite Version noch hinter mir hing, wieviele Monate - oder gar Jahre - wir uns aneinander erfreuten. Ich habe sie schon lange nicht mehr, sie gehört zu den alten Erinnerungen. Und dennoch, wann immer ich den Namen einer amerikanischen Stadt höre, die mir unbekannt ist, drehe ich instinktiv den Kopf. Wie um auf der Karte nachzusehen, ob ich ihn schnell finden kann.
Turkish delight
09.02.13 03:21 | Kommentare: 2
Ich hatte mal einen türkischen Freund. Er fiel eines heißen Sommers in mein Leben, ganz unerwartet und so umwerfend, dass mir die Luft wegblieb.
Wir verbrachten endlose Stunden miteinander. Zuerst im Internet, dann am Telefon, und irgendwann auch von Angesicht zu Angesicht. Ich sah ihn ein einziges Wochenende lang. Er war meinetwegen aus der Türkei nach Hamburg geflogen und wich mir für 48 Stunden nicht von der Seite. Ich war von der ersten Sekunde an verliebt gewesen. Unbesehen. Seine ersten Worte bei ICQ waren "Are you from Stuttgart?"
In den Wochen vor seiner Anreise kaufte ich mir ein kleines Konversationsbuch Türkisch und studierte fleißig die ersten Paar Seiten. Das große P ist hierbei leider kein Schreibfehler. Ich kann kein Türkisch. Ich schaffe es, mir ein Gericht mit Auberginen zu bestellen oder meine geliebte Kuttelsuppe korrekt auszusprechen. Ich kann mir aber nicht merken, was "ja" und was "nein" hieß, auch wenn ich beide Wörter kenne. Ich erinnere mich an "dokuz" und "on", weiß aber nicht mehr, ob das "drei" und "vier" war oder eher "neun" und "zehn". Ich kann bei Hadi Bakalım von Sezen Aksu mitsingen, habe aber keine Ahnung, worum es geht.
Türkisch soll eine sehr komplizierte, schwer zu erlernende Sprache sein. Vor allem ist sie mit keiner weiteren, lebenden Sprache verwandt. Das bedeutet, dass man wenige bis gar keine Verbindungen herstellen kann. Es ist einfach nichts "so wie bei..." Außer vielleicht, die eigene Muttersprache hat sich im Laufe der Jahre fleißig bei den Türken bedient und behandelt einige Wörter wie eigene. Das machen wir Rumänen im Übrigen mit allen Sprachen. Ich sag nur "parbriz" und "trotuar".
Türkisch stand jahrelang auf meinem "als nächstes lerne ich"-Zettel, aber irgendwann geriet dieses Vorhaben in Vergessenheit. Ebenso wie eine Reise in die Türkei. Fragt mich nicht, wieso. It just never happened.
Ich will da aber irgendwann mal hin. Es fasziniert mich zu wissen, dass dieses Land auf zwei Kontinenten verteilt ist. Dass es, neben Griechenland (was ich im Übrigen auch noch nie besucht habe), der Schauplatz der Sagen um Odysseus, Troja, Achill und all den anderen Göttern und Helden meiner Kindheit ist. Dass Izmir das alte Smyrna ist. Dass sie Rosenmarmelade kennen, die ich auch seit meiner Kindheit liebe, wenngleich auch in Maßen, und nicht in Massen. Dass sie eine Sprache sprechen, deren Schönheit man hierzulande nicht ahnt. Ich erinnere mich daran, wie ich als Teenager einen türkischen Film im Fernsehen sah. Er lief im Original mit deutschen Untertiteln und ich saß mit offenem Mund vorm Fernseher und staunte, wie melodisch und wunderschön das klang. Ganz anders als das Türkisch, das ich von Mitschülern oder von der Straße her kannte.
Vielleicht würde es helfen, wenn ich einfach eine Reisetasche packte, mich zum Flughafen begäbe und dort in das nächstbeste Flugzeug in Richtung Bodrum oder Izmir stiege. Selbstverständlich nachdem ich zuvor eingehend das Internet um ein günstiges Hotel am Ägäischen Meer befragte, denn man will ja gewappnet sein.
Ich lebe in einem Land, das voll von Türken ist, kenne aber keinen einzigen und verstehe kein Wort. Ich mag die Hoffnung nicht aufgeben, vielleicht schaffe ich es eines Tages, die Kalksinterterrassen von Pamukkale im Mondlicht zu sehen, auf der Brücke des Bosporus zu stehen und nach Asien hinüberzublicken, den Topkapı-Palast und die Hagia Sophia zu besichtigen und mich in den Tuffsteinhöhlen von Kappadokien zu verstecken. Ich will durch das alte Konstantinopel laufen und die filigran geschnitzten alten Balkone bewundern, ich will im Bazar feilschen und Leckereien vom Grill genießen. Und ich will endlich ein paar Worte Türkisch lernen.
Wir verbrachten endlose Stunden miteinander. Zuerst im Internet, dann am Telefon, und irgendwann auch von Angesicht zu Angesicht. Ich sah ihn ein einziges Wochenende lang. Er war meinetwegen aus der Türkei nach Hamburg geflogen und wich mir für 48 Stunden nicht von der Seite. Ich war von der ersten Sekunde an verliebt gewesen. Unbesehen. Seine ersten Worte bei ICQ waren "Are you from Stuttgart?"
In den Wochen vor seiner Anreise kaufte ich mir ein kleines Konversationsbuch Türkisch und studierte fleißig die ersten Paar Seiten. Das große P ist hierbei leider kein Schreibfehler. Ich kann kein Türkisch. Ich schaffe es, mir ein Gericht mit Auberginen zu bestellen oder meine geliebte Kuttelsuppe korrekt auszusprechen. Ich kann mir aber nicht merken, was "ja" und was "nein" hieß, auch wenn ich beide Wörter kenne. Ich erinnere mich an "dokuz" und "on", weiß aber nicht mehr, ob das "drei" und "vier" war oder eher "neun" und "zehn". Ich kann bei Hadi Bakalım von Sezen Aksu mitsingen, habe aber keine Ahnung, worum es geht.
Türkisch soll eine sehr komplizierte, schwer zu erlernende Sprache sein. Vor allem ist sie mit keiner weiteren, lebenden Sprache verwandt. Das bedeutet, dass man wenige bis gar keine Verbindungen herstellen kann. Es ist einfach nichts "so wie bei..." Außer vielleicht, die eigene Muttersprache hat sich im Laufe der Jahre fleißig bei den Türken bedient und behandelt einige Wörter wie eigene. Das machen wir Rumänen im Übrigen mit allen Sprachen. Ich sag nur "parbriz" und "trotuar".
Türkisch stand jahrelang auf meinem "als nächstes lerne ich"-Zettel, aber irgendwann geriet dieses Vorhaben in Vergessenheit. Ebenso wie eine Reise in die Türkei. Fragt mich nicht, wieso. It just never happened.
Ich will da aber irgendwann mal hin. Es fasziniert mich zu wissen, dass dieses Land auf zwei Kontinenten verteilt ist. Dass es, neben Griechenland (was ich im Übrigen auch noch nie besucht habe), der Schauplatz der Sagen um Odysseus, Troja, Achill und all den anderen Göttern und Helden meiner Kindheit ist. Dass Izmir das alte Smyrna ist. Dass sie Rosenmarmelade kennen, die ich auch seit meiner Kindheit liebe, wenngleich auch in Maßen, und nicht in Massen. Dass sie eine Sprache sprechen, deren Schönheit man hierzulande nicht ahnt. Ich erinnere mich daran, wie ich als Teenager einen türkischen Film im Fernsehen sah. Er lief im Original mit deutschen Untertiteln und ich saß mit offenem Mund vorm Fernseher und staunte, wie melodisch und wunderschön das klang. Ganz anders als das Türkisch, das ich von Mitschülern oder von der Straße her kannte.
Vielleicht würde es helfen, wenn ich einfach eine Reisetasche packte, mich zum Flughafen begäbe und dort in das nächstbeste Flugzeug in Richtung Bodrum oder Izmir stiege. Selbstverständlich nachdem ich zuvor eingehend das Internet um ein günstiges Hotel am Ägäischen Meer befragte, denn man will ja gewappnet sein.
Und dann verlören sich meine Spuren in den Gassen einer kleinasiatischen Altstadt. Jahre später berichteten Legenden, wie ich zuletzt an einem Lokum-Stand wild gestikulierend gesehen wurde, Hände und Lippen voller Puderzucker. "Und sie sah dabei sehr glücklich aus."
Ich lebe in einem Land, das voll von Türken ist, kenne aber keinen einzigen und verstehe kein Wort. Ich mag die Hoffnung nicht aufgeben, vielleicht schaffe ich es eines Tages, die Kalksinterterrassen von Pamukkale im Mondlicht zu sehen, auf der Brücke des Bosporus zu stehen und nach Asien hinüberzublicken, den Topkapı-Palast und die Hagia Sophia zu besichtigen und mich in den Tuffsteinhöhlen von Kappadokien zu verstecken. Ich will durch das alte Konstantinopel laufen und die filigran geschnitzten alten Balkone bewundern, ich will im Bazar feilschen und Leckereien vom Grill genießen. Und ich will endlich ein paar Worte Türkisch lernen.
Gnocchetti sardi con salsiccia
09.02.13 00:43 | Kommentare: 0
So wird das ja nichts mit dem Abnehmen...
Neulich war ich in der Osterstraße und konnte am berühmten Edeka Niemerszein mal wieder nicht einfach so vorbeigehen. Ich stöbere ja immer sehr gern durch diverse Fresstempel auf der Suche nach Inspiration. Am liebsten im Ausland. Da gibt's meist Sachen, da kann ich hier nur von träumen. Und so schön angerichtet... *schmacht*
Im Nudelregal — ja, ich habe immer noch meine italienische Phase — fand ich neben dem obligatorischen De Cecco auch unbekannte Pastamarken, die sich gegenseitig in Verpackungsdesign und Marketingsprech überboten. Soll mir erstmal egal sein, ich weiß ja mittlerweile, dass mir nur noch die trafilati al bronzo* ins Haus kommen.
Und dann sah ich sie: inmitten von pastellfarbenen, modern-futuristisch angehauchten und auf alt getrimmten Nudeln thronten die knallgelben Tüten von Sgambaro und ich vernahm ihr leises "Nimm uns..." Ich war machtlos. Mein Portemonnaie auch.
Heute gab es also Gnocchetti sardi mit Fenchelsalsiccia, die ich gestern im Schmakazien-Laden in St. Pauli gekauft habe. Und das geht so:
Zutaten:
Olivenöl
ein paar Schalotten, grob gehackt
1-2 Knoblauchzehen
Fenchel- oder jeder andere Salsiccia, aus der Haut gepellt
1 Dose geschälte Tomaten, geschnitten oder mit den Händen zerrissen - oder gleich geschnittene kaufen
1-2 Gläser Weißwein
1 Lorbeerblatt
frischer Pfeffer
1 Prise Zucker
Basilikum und andere mediterrane Kräuter (frisch oder trocken, ich hatte nur trockenen Basilikum)
Pecorino, frisch gerieben (oder Parmesan, aber Pecorino ist salziger und geschmackvoller)
Zubereitung
In einer großen Pfanne mit heißem Olivenöl die Schalotten und den Knoblauch weichdünsten.
Derweil die Salsiccia (ich hatte vier mittlere) aus der Haut würgen (sträubt sich ein wenig), mit den Händen auseinanderrupfen und dann in die Pfanne geben. Unter Rühren anbraten.
Bei mir entstand so eine ziemlich große Menge an Fett, die ich erstmal abgeschöpft habe, bevor ich weitermachen mochte.
Mit etwas Weißwein ablöschen und den Wein verdampfen lassen.
Eine Dose geschälte Tomaten schneiden oder mit der Hand zerreißen und zur Wurst in die Pfanne geben. Hier habe ich den restlichen Wein hinterhergekippt.
Es war etwas viel Flüssigkeit, deswegen habe ich das Ganze ohne Deckel erstmal eine Weile einkochen lassen. Das kann man gerne so zwanzig Minuten lang machen, bis der Mann nach Hause kommt.
Ein Lorbeerblatt mit hineingeben und mit frisch gemahlenem Pfeffer, einer Prise Zucker und, wenn man hat, frischem Basilikum würzen.
Ich habe noch zwei Stück Pecorinorinde mit hineingegeben, den Tipp hatte ich vom Ragú napoletano. Keine Sorge, sie löst sich auf. Und falls nicht, kann man sie auch gut entfernen.
Die Sauce kann man nun eine Weile bei mittlerer Hitze kochen lassen. Wie immer gilt: je länger, desto besser.
Dann kocht man die Nudeln in ordentlich gesalzenem Wasser al dente, gießt sie ab und gibt sie zur Sauce in die Pfanne, damit sie von den Aromen besser durchdrungen werden.
Mit frisch geriebenem Pecorino bestreuen und mit ein paar Basilikumblättern garnieren.
Wir platzen jetzt.
-----
* "Trafilati al bronzo" also. Seit ich Pasta übersetze, bin ich Experte. Hartweizen plus Wasser wird geknetet und durch Düsen oder Formen aus Bronze gedrückt. Das nennt man Extrusion. Das gibt die schönen Formen. Bronze macht, dass die Nudeln rau werden und sich viel besser mit der Sauce verbinden, ergo leckerer werden. Kann ich nur bestätigen.
Neulich war ich in der Osterstraße und konnte am berühmten Edeka Niemerszein mal wieder nicht einfach so vorbeigehen. Ich stöbere ja immer sehr gern durch diverse Fresstempel auf der Suche nach Inspiration. Am liebsten im Ausland. Da gibt's meist Sachen, da kann ich hier nur von träumen. Und so schön angerichtet... *schmacht*
Im Nudelregal — ja, ich habe immer noch meine italienische Phase — fand ich neben dem obligatorischen De Cecco auch unbekannte Pastamarken, die sich gegenseitig in Verpackungsdesign und Marketingsprech überboten. Soll mir erstmal egal sein, ich weiß ja mittlerweile, dass mir nur noch die trafilati al bronzo* ins Haus kommen.
Und dann sah ich sie: inmitten von pastellfarbenen, modern-futuristisch angehauchten und auf alt getrimmten Nudeln thronten die knallgelben Tüten von Sgambaro und ich vernahm ihr leises "Nimm uns..." Ich war machtlos. Mein Portemonnaie auch.
Heute gab es also Gnocchetti sardi mit Fenchelsalsiccia, die ich gestern im Schmakazien-Laden in St. Pauli gekauft habe. Und das geht so:
Zutaten:
Olivenöl
ein paar Schalotten, grob gehackt
1-2 Knoblauchzehen
Fenchel- oder jeder andere Salsiccia, aus der Haut gepellt
1 Dose geschälte Tomaten, geschnitten oder mit den Händen zerrissen - oder gleich geschnittene kaufen
1-2 Gläser Weißwein
1 Lorbeerblatt
frischer Pfeffer
1 Prise Zucker
Basilikum und andere mediterrane Kräuter (frisch oder trocken, ich hatte nur trockenen Basilikum)
Pecorino, frisch gerieben (oder Parmesan, aber Pecorino ist salziger und geschmackvoller)
Zubereitung
In einer großen Pfanne mit heißem Olivenöl die Schalotten und den Knoblauch weichdünsten.


Mit etwas Weißwein ablöschen und den Wein verdampfen lassen.
Eine Dose geschälte Tomaten schneiden oder mit der Hand zerreißen und zur Wurst in die Pfanne geben. Hier habe ich den restlichen Wein hinterhergekippt.

Ein Lorbeerblatt mit hineingeben und mit frisch gemahlenem Pfeffer, einer Prise Zucker und, wenn man hat, frischem Basilikum würzen.
Ich habe noch zwei Stück Pecorinorinde mit hineingegeben, den Tipp hatte ich vom Ragú napoletano. Keine Sorge, sie löst sich auf. Und falls nicht, kann man sie auch gut entfernen.
Die Sauce kann man nun eine Weile bei mittlerer Hitze kochen lassen. Wie immer gilt: je länger, desto besser.
Dann kocht man die Nudeln in ordentlich gesalzenem Wasser al dente, gießt sie ab und gibt sie zur Sauce in die Pfanne, damit sie von den Aromen besser durchdrungen werden.
Mit frisch geriebenem Pecorino bestreuen und mit ein paar Basilikumblättern garnieren.

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* "Trafilati al bronzo" also. Seit ich Pasta übersetze, bin ich Experte. Hartweizen plus Wasser wird geknetet und durch Düsen oder Formen aus Bronze gedrückt. Das nennt man Extrusion. Das gibt die schönen Formen. Bronze macht, dass die Nudeln rau werden und sich viel besser mit der Sauce verbinden, ergo leckerer werden. Kann ich nur bestätigen.
Easy come, easy go
08.02.13 22:00 | Kommentare: 0
Gestern das Bahnticket für die re:publica gekauft. Es lebe die Bahncard.
Und da ich nun genau weiß, wie lange ich dort bleibe, kann ich mich nun endlich auch um (m)ein Zimmer kümmern. Ich würde am liebsten das vom letzten Mal nehmen, da es so schön nah dran war und ich dort meine Ruhe hatte. Einziger Nachteil: die große Entfernung vom Boden. Gefühlt siebter Stock. Da überlegst du lange, was du oben vergisst. Nun ja, irgendwas ist ja immer.
Freut ihr euch auch schon? Hier, zur Einstimmung, unser aller re:publica-Lieblingslied sine qua non:
Und da ich nun genau weiß, wie lange ich dort bleibe, kann ich mich nun endlich auch um (m)ein Zimmer kümmern. Ich würde am liebsten das vom letzten Mal nehmen, da es so schön nah dran war und ich dort meine Ruhe hatte. Einziger Nachteil: die große Entfernung vom Boden. Gefühlt siebter Stock. Da überlegst du lange, was du oben vergisst. Nun ja, irgendwas ist ja immer.
Freut ihr euch auch schon? Hier, zur Einstimmung, unser aller re:publica-Lieblingslied sine qua non:
Poesie
06.02.13 12:50 | Kommentare: 1
Eben aus dem Spam-Ordner gefischt:
You are probably the happiest man of the 21st century because girls write to you themselves..
Oh, stab send shade thermometer; love him beacon the books and wager.
Methadone did not take upon do it. But the outage arouseed his commiseration, that is why he embittered.
Ich meine... warum nicht?
Oh, stab send shade thermometer; love him beacon the books and wager.
Methadone did not take upon do it. But the outage arouseed his commiseration, that is why he embittered.
Am Schwarzen Meer
04.02.13 19:39 | Kommentare: 4
Als ich klein war, verbrachten wir jeden Sommer an der Schwarzmeerküste. Meine Eltern waren Lehrer, die Sommerferien dauerten satte drei Monate, und einen davon konnten wir zur Gänze in dem kleinen Fischerdorf namens 2 Mai verbringen.

Es war das Paradies auf Erden: wir schliefen auf Strohbetten, liefen frühmorgens mit Sack und Pack die zwei Kilometer zum Strand und trafen auf Freunde, die in ihren Zelten am Strand schliefen. Zur Mittagszeit kamen wir wieder zurück. Wir aßen frischen Fisch, am selben Morgen noch von meinem Onkel mit der Harpune geschossen und von meiner Mutter schnell mit einigen Knoblauchzehen in die Pfanne geworfen, dazu selbstgemachte Pommes und Salat aus Tomaten, Gurken, Paprika und Zwiebeln. Danach hielten wir den obligatorischen Mittagsschlaf, und nachmittags versammelten wir uns mit den Gastgebern und eventuellen anderen Gästen im Hof und auf der staubigen Straße vorm Haus. Die Erwachsenen spielten Karten oder redeten leise und verschlüsselt über Politik, die Kinder kletterten auf die Maulbeerbäume oder sprangen im Entwässerungsgraben herum.

Es gab eine improvisierte Außendusche, die niemand nutzte, und das Plumpsklo befand sich ganz hinten im Hof. Als Klopapier fungierten die alten Schulhefte der Gastgeberkinder. Ich erinnere mich, wie stolz der Gastgeber in einem Jahr war, dass er sich auch endlich mal einen Sitz über dem tiefen Loch gebaut hatte. "Damit thronen Sie wie die Herren", erzählte er meinen Eltern mit geschwellter Brust gleich bei unserer Ankunft.
Wir waren Stammgäste, fuhren jedes Jahr hin. Meine Eltern hatten diesen Flecken Glück irgendwann vor meiner Geburt entdeckt. Ich verbrachte all meine Kindheitssommer dort. Wir reisten immer mit dem Zug, die Fahrt dauerte über vier Stunden. Unsere Eltern weckten uns mitten in der Nacht, und dann gingen wir zusammen zum Bahnhof, der zum Glück nicht weit von unserer Wohnung lag. Ich erinnere mich an die stillen Straßen und das diffuse, leicht dämmrige Licht. Und an das kühne Gefühl, zu einer normalerweise verbotenen Uhrzeit draußen sein zu dürfen. Wir hatten immer reservierte Plätze in der ersten Klasse. Einmal gab es eine Doppelbelegung. Eine ebenso vierköpfige Familie aus Transsilvanien hatte dieselben Plätze bekommen. Zum Beschweren oder etwas Ändern war es zu spät, also wechselten wir uns ab. Ich erinnere mich an ihren merkwürdigen Akzent.
Der Sand war grobkörnig, das Meer grün-blau und wild. Oben auf dem Felsen war eine Militärbasis untergebracht, am Strand lagen zwei zum Teil umgestürzte verlassene Bunker. Weit weg im Meer waren die Silhoutten von verrosteten Schiffswracks zu erkennen, für deren Bergung die Regierung kein Geld hatte. Jahrelang hatte ich denselben Albtraum: eine stehende Wasserwand kommt auf mich zu und droht, mich zu verschlingen. Irgendwann erzählte mir meine Cousine, dass das auch ihr Traum war.
Eines Tages stand ich mit meinem Vater am Wasser. Er zeigte auf den Horizont und sagte: "Auf der anderen Seite ist die Türkei." Ich sah nichts als Wasser und Himmel. Dieser Satz sollte sich für immer in mein Gedächtnis brennen. Bis dahin hatte ich das Meer in seiner Weite für unendlich gehalten. Ich nickte.
Jahre später, als wir schon keine Briefe mehr schrieben, hatte ich einen türkischen Brieffreund. Er erzählte mir, dass er als kleiner Junge im Urlaub am Schwarzen Meer sich manchmal an den Wasserrand stellte, mit zusammengekniffenen Augen in die Unendlichkeit blickte und seinen Vater fragte, was wohl auf der anderen Seite sei. Ich sagte ihm: "Ich war dort. Und schaute auf dich."
Es war eine heiße, aber sehr kurze Liebesaffäre. Zum Türkisch lernen war keine Zeit.

Es war das Paradies auf Erden: wir schliefen auf Strohbetten, liefen frühmorgens mit Sack und Pack die zwei Kilometer zum Strand und trafen auf Freunde, die in ihren Zelten am Strand schliefen. Zur Mittagszeit kamen wir wieder zurück. Wir aßen frischen Fisch, am selben Morgen noch von meinem Onkel mit der Harpune geschossen und von meiner Mutter schnell mit einigen Knoblauchzehen in die Pfanne geworfen, dazu selbstgemachte Pommes und Salat aus Tomaten, Gurken, Paprika und Zwiebeln. Danach hielten wir den obligatorischen Mittagsschlaf, und nachmittags versammelten wir uns mit den Gastgebern und eventuellen anderen Gästen im Hof und auf der staubigen Straße vorm Haus. Die Erwachsenen spielten Karten oder redeten leise und verschlüsselt über Politik, die Kinder kletterten auf die Maulbeerbäume oder sprangen im Entwässerungsgraben herum.

Es gab eine improvisierte Außendusche, die niemand nutzte, und das Plumpsklo befand sich ganz hinten im Hof. Als Klopapier fungierten die alten Schulhefte der Gastgeberkinder. Ich erinnere mich, wie stolz der Gastgeber in einem Jahr war, dass er sich auch endlich mal einen Sitz über dem tiefen Loch gebaut hatte. "Damit thronen Sie wie die Herren", erzählte er meinen Eltern mit geschwellter Brust gleich bei unserer Ankunft.
Wir waren Stammgäste, fuhren jedes Jahr hin. Meine Eltern hatten diesen Flecken Glück irgendwann vor meiner Geburt entdeckt. Ich verbrachte all meine Kindheitssommer dort. Wir reisten immer mit dem Zug, die Fahrt dauerte über vier Stunden. Unsere Eltern weckten uns mitten in der Nacht, und dann gingen wir zusammen zum Bahnhof, der zum Glück nicht weit von unserer Wohnung lag. Ich erinnere mich an die stillen Straßen und das diffuse, leicht dämmrige Licht. Und an das kühne Gefühl, zu einer normalerweise verbotenen Uhrzeit draußen sein zu dürfen. Wir hatten immer reservierte Plätze in der ersten Klasse. Einmal gab es eine Doppelbelegung. Eine ebenso vierköpfige Familie aus Transsilvanien hatte dieselben Plätze bekommen. Zum Beschweren oder etwas Ändern war es zu spät, also wechselten wir uns ab. Ich erinnere mich an ihren merkwürdigen Akzent.
Der Sand war grobkörnig, das Meer grün-blau und wild. Oben auf dem Felsen war eine Militärbasis untergebracht, am Strand lagen zwei zum Teil umgestürzte verlassene Bunker. Weit weg im Meer waren die Silhoutten von verrosteten Schiffswracks zu erkennen, für deren Bergung die Regierung kein Geld hatte. Jahrelang hatte ich denselben Albtraum: eine stehende Wasserwand kommt auf mich zu und droht, mich zu verschlingen. Irgendwann erzählte mir meine Cousine, dass das auch ihr Traum war.
Eines Tages stand ich mit meinem Vater am Wasser. Er zeigte auf den Horizont und sagte: "Auf der anderen Seite ist die Türkei." Ich sah nichts als Wasser und Himmel. Dieser Satz sollte sich für immer in mein Gedächtnis brennen. Bis dahin hatte ich das Meer in seiner Weite für unendlich gehalten. Ich nickte.
Jahre später, als wir schon keine Briefe mehr schrieben, hatte ich einen türkischen Brieffreund. Er erzählte mir, dass er als kleiner Junge im Urlaub am Schwarzen Meer sich manchmal an den Wasserrand stellte, mit zusammengekniffenen Augen in die Unendlichkeit blickte und seinen Vater fragte, was wohl auf der anderen Seite sei. Ich sagte ihm: "Ich war dort. Und schaute auf dich."
Es war eine heiße, aber sehr kurze Liebesaffäre. Zum Türkisch lernen war keine Zeit.
Superbowl
04.02.13 18:47 | Kommentare: 1

Ich habe letzte Nacht zum ersten Mal in meinem Leben den Superbowl geguckt. Selbstverständlich wie es sich gehört: mit dem Second Screen namens Twitter vor der Nase. Denn das Spiel an sich interessierte mich nicht wirklich, es war vielmehr der Mann, der es ernsthaft guckte, und ich, die darüber twitterte.
Was für ein Schwachsinn, was für eine grandiose Zeitverschwendung! Ich kann mit Sport eh nicht viel anfangen, bei Fußball muss ich schon immer lachen, aber das war noch viel lächerlicher. Allein diese aufgeblasenen Kostüme und die hautengen
Football? Ich find's ehrlich einfacher, die Abseitsregel zu erklären.
— Ina Marinescu (@littlejamie) February 4, 2013
Aber ich bin nicht die Einzige, die sich dabei wie der Ochs vorm Berg fühlt.
@taphi Du hast immer 3 Versuche 10 yrd nach vorne zu kommen. Ziel: Endzone. Rest ist Beiwerk.
— Armin (@flschn) February 3, 2013
So weit, so unklar. Der Mann erklärte mir dann auch noch die Bedeutung der ins Bild eingeblendeten gelben und blauen Linien (nein, bitte nicht abfragen, es ist wie mit der Abseitsregel: ich hab's irgendwie verstanden, aber selbst wiedergeben...) und dass es unterschiedliche Punkte gibt. Aber vor allem erklärte er mir, was längst offenkundig war: dass das Spiel - im Gegensatz zum Fußball oder anderen bei uns praktizierten Sportarten - nicht auf flüssigen Spielablauf ausgelegt ist, sondern auf möglichst viele Pausen, damit man möglichst viel Werbung unterbringen kann.
John Cleese fasst das sehr schön zusammen, auch die Frage nach der Namensgebung.
Ich bin ja bei Werbung eher... wie man so schön sagt, leidenschaftslos. Wobei das nicht so ganz stimmt. Es ist wahr: Wann immer im Fernsehen Werbung läuft, schalte ich entweder um oder den Ton ab. (Die Gesichter meiner Freunde, wenn ich ihnen erzähle - und beweise - dass ich Musik aus der Werbung nicht kenne: unbezahlbar.) Ansammlungen von witzigen, skurrilen, interessanten Werbespots aus anderen Ländern liebe ich aber inbrünstig. Meist führen sie mir vor Augen, wie spießig im Kern dieses Land ist, aber das ist eine andere Geschichte.
So ist es für mich denn auch völig unverständlich, dass jemand die Pausen zwischen den Spielzügen beim American Football für etwas anderes nutzt als zum Pinkeln oder Bierholen. Man könnte hier einwerfen, dass man soviel Bier gar nicht holen oder wegbringen kann, wie einem ein solches Spiel ermöglicht. Aber Tatsache bleibt: würde man die Werbepausen eindampfen, hätte ich letzte Nacht nicht so lange wach bleiben müssen.
Nächste Überraschung mit facepalm-Charakter: das Konzert in der Halbzeitpause. Die spinnen doch, die Amis. Man stelle sich vor, in Deutschland würde bei einem Fußballspiel, in der Viertelstunde die die Mannschaften dazu nutzen, sich frisch zu machen und die Spielstrategie neu zu besprechen, Lena auftreten oder Tokio Hotel. Allein der Aufwand, diese Bühne mitten aufs Spielfeld zu platzieren und hinterher wieder abzubauen, nee nee. Mal abgesehen davon, dass die meisten mir bekannten Menschen, wenn sie ins Fußballstadion gehen, dies tun, um sich eben das Spiel anzuschauen - und nicht die Aktion drumrum.
Ich sehe das schon kommen, man wird mich teeren und federn, weil ich mich an ein Heiligtum wage, aber ich möchte an dieser Stelle betonen: dieser Artikel gibt lediglich meine Meinung wieder. Wer sie nicht teilt, kann es mir gern in Form eines Kommentars kundtun, möge aber damit leben, so wie ich es auch tue. Ich übe schon mal das Schulterzucken.
Ach ja, wen die gestern ausgestrahlten Werbespots interessieren, there's a page for that. Ich mach's mir schon mal gemütlich. *popcorn auspack*
Ausmisten
04.02.13 12:26 | Kommentare: 0

Ich muss Platz schaffen, es geht nicht mehr. Meine eh schon winzige Wohnung quillt über vor lauter Klamotten, Büchern, Zeitschriften, Kartons, Möbelstücken...
Ich habe beschlossen, einiges davon freizugeben. Ich überlege noch, den Kram bei ebay und Consorten reinzustellen, aber im Grunde meines Herzens bin ich kein großer ebay-Freund. Alternative wäre stuffle, aber das gibt es noch immer nicht für Android (hallo Nico!). Mal sehen, vielleicht mache ich letztendlich doch das eine oder andere.
Bis dahin aber möchte ich euch die Chance geben, als Erste "Hier!" zu rufen.
Ich fange an mit einer Reihe von nagelneuen mare-Heften aus den Jahren 2003 bis 2011:
40 - Okt 2003 - Rotes Meer
45 - Aug 2004 - Wüste
46 - Okt 2004 - Istanbul
47 - Dez 2004 - Auf großer Fahrt
48 - Feb 2005 - Tauchen
49 - Apr 2005 - Wohnen im Meer
50 - Jun 2005 - Nordsee
51 - Aug 2005 - Fischen
52 - Okt 2005 - Kapstadt
54 - Feb 2006 - Salz (die hab ich zweimal)
55 - Apr 2006 - James Cook
56 - Jun 2006 - Delfine
57 - Aug 2006 - Automobile
58 - Okt 2006 - Japan
59 - Dez 2006 - Winter in Sibirien
60 - Feb 2007 - Blinder Passagier
61 - Apr 2007 - Urmeer
62 - Jun 2007 - Wellenreiter
63 - Aug 2007 - Kaviar
64 - Okt 2007 - Malediven
65 - Dez 2007 - Aussteiger
66 - Feb 2008 - Leben im Meer
67 - Apr 2008 - Die Öl-Connection
68 - Jun 2008 - Die Erfindung der Schönheit
69 - Aug 2008 - Rio de Janeiro
70 - Okt 2008 - Coney Island
71 - Dez 2008 - Grönland
72 - Feb 2009 - Gesichter der Meere
73 - Apr 2009 - Wunderwelt Korallenriff
74 - Jun 2009 - Monsun
75 - Aug 2009 - Die goldene Ära der Yachten
76 - Okt 2009 - Bretagne
77 - Dez 2009 - Humboldt
78 - Feb 2010 - Nordkorea
79 - Apr 2010 - Schiffbruch
80 - Jun 2010 - Warum wir das Watt lieben
81 - Aug 2010 - Megayachten
83 - Okt 2010 - Moby Dick
84 - Feb 2011 - Berge
Dazu kommen noch zwei Sonderhefte:
- Jubiläumsausgabe Das Meer, Dezember 2007-Februar 2008
- World Ocean Review 2010 (Nr. 1)
Preis für alles zusammen: 200€.
Preis für die Einzelhefte: 5€ (Originalpreis: 8,50€ bzw. 7,80€ im Abo)
Ihr wisst, wo ihr mich erreicht.
Sound of Heimat
03.02.13 06:00 | Kommentare: 7
Ich habe Volksmusik immer abgelehnt, fand sie zu spießig, zu sehr "heile Welt", zu volkstümlich, altmodisch, altbacken. Volksmusik und ihr kleiner Bruder der Schlager waren für mich, zusammen mit ihrem Cousin dem Karneval, Ausgeburten der Hölle.
Auch mit den dazugehörigen Kostümierungen wie Dirndl und Lederhosen konnte ich mich nie anfreunden. Ich war immer ganz froh, dass Deutschland - im Gegensatz zu dem, was viele andere Länder und Völker denken - sich nicht hauptsächlich über diese "pseudo-historische Bauernverkleidung" nebst Schuhplattler und Jodeln definiert. Vor allem hier im Norden bin ich von derlei Volkstümlichkeiten immer verschont geblieben. Zum Glück.
So dachte ich immer. Und dann sah ich dies:
Und ich wusste sofort, dass ich diesen Film unbedingt sehen muss.
Ich sollte Recht behalten. Ich sah und hörte fremde Menschen Lieder singen, mit Verve aber ohne falsches Pathos, mit Liebe zur Tradition aber ohne Volkstümelei, mit Überzeugung aber auch voller Humor. Wunderschöne Lieder, lustige Lieder, Lieder die nachdenklich machen, Lieder die ich irgendwo schon mal gehört hatte. Nicht nur einmal ertappte ich mich dabei, wie ich selbst mitsummte. Und nicht nur einmal hatte ich Tränen in den Augen, weil mich die Lieder so sehr berührten.
Der Film ist eine wunderbare Reise durch Deutschland und eine Hommage an seine Musik. Ob im Allgäu oder an der Ostsee, in den Bergen oder am Meer - Menschen haben schon immer gesungen und getanzt, und es bedarf eines Fremden, uns wieder vor Augen zu führen, dass das nichts Verwerfliches oder Peinliches ist.
Während ich im dunklen Kinosaal gleichzeitig feuchte Augen und ein glückliches Lächeln auf den Lippen hatte, fragte ich mich kopfschüttelnd, warum in meinem Leben keine Musik ist. Und dann fiel es mir wieder ein: Im Kindergarten war ich in einer Volkstanzgruppe, in der Schule sang ich im Chor. Und zwar eigentlich ganz gerne. Es ist sehr lange her, und manchmal - wenn ich heutzutage versuche, bei Musik mitzusingen - bin ich über meine Schwierigkeiten, die Töne zu treffen, sehr erstaunt. Aber durch diesen Film habe ich Lust bekommen, mal wieder zu singen, und zwar laut und mit anderen, und nicht nur allein in der Dusche oder beim Abwaschen. Ich habe eine Freundin, die im Chor singt. Ich werde das nächste Mal einfach mitgehen.
Der Film heißt "Sound of Heimat". Ich bin mir nicht sicher, was meine Heimat ist. Aber vielleicht ist Heimat nicht ein Ort auf diesem Planeten, sondern einfach die Musik, die wir in uns tragen.
Auch mit den dazugehörigen Kostümierungen wie Dirndl und Lederhosen konnte ich mich nie anfreunden. Ich war immer ganz froh, dass Deutschland - im Gegensatz zu dem, was viele andere Länder und Völker denken - sich nicht hauptsächlich über diese "pseudo-historische Bauernverkleidung" nebst Schuhplattler und Jodeln definiert. Vor allem hier im Norden bin ich von derlei Volkstümlichkeiten immer verschont geblieben. Zum Glück.
So dachte ich immer. Und dann sah ich dies:
Und ich wusste sofort, dass ich diesen Film unbedingt sehen muss.
Ich sollte Recht behalten. Ich sah und hörte fremde Menschen Lieder singen, mit Verve aber ohne falsches Pathos, mit Liebe zur Tradition aber ohne Volkstümelei, mit Überzeugung aber auch voller Humor. Wunderschöne Lieder, lustige Lieder, Lieder die nachdenklich machen, Lieder die ich irgendwo schon mal gehört hatte. Nicht nur einmal ertappte ich mich dabei, wie ich selbst mitsummte. Und nicht nur einmal hatte ich Tränen in den Augen, weil mich die Lieder so sehr berührten.
Der Film ist eine wunderbare Reise durch Deutschland und eine Hommage an seine Musik. Ob im Allgäu oder an der Ostsee, in den Bergen oder am Meer - Menschen haben schon immer gesungen und getanzt, und es bedarf eines Fremden, uns wieder vor Augen zu führen, dass das nichts Verwerfliches oder Peinliches ist.
Während ich im dunklen Kinosaal gleichzeitig feuchte Augen und ein glückliches Lächeln auf den Lippen hatte, fragte ich mich kopfschüttelnd, warum in meinem Leben keine Musik ist. Und dann fiel es mir wieder ein: Im Kindergarten war ich in einer Volkstanzgruppe, in der Schule sang ich im Chor. Und zwar eigentlich ganz gerne. Es ist sehr lange her, und manchmal - wenn ich heutzutage versuche, bei Musik mitzusingen - bin ich über meine Schwierigkeiten, die Töne zu treffen, sehr erstaunt. Aber durch diesen Film habe ich Lust bekommen, mal wieder zu singen, und zwar laut und mit anderen, und nicht nur allein in der Dusche oder beim Abwaschen. Ich habe eine Freundin, die im Chor singt. Ich werde das nächste Mal einfach mitgehen.
Der Film heißt "Sound of Heimat". Ich bin mir nicht sicher, was meine Heimat ist. Aber vielleicht ist Heimat nicht ein Ort auf diesem Planeten, sondern einfach die Musik, die wir in uns tragen.

