Littlejamie - The best things come in small packages

Neue Kochidee. Oder so.

29.05.2013 21:57 | Kommentare: 0 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon
Was ist das Schlimmste, was man einer Köchin sagen kann? "Die Sauce war ganz zart."

Seit Jahren erzähle ich diesen Witz, mit unterschiedlichem Erfolg, und nun ist er mir selbst passiert. Mich dünkt, mein Koch-Mojo ist endgültig abgewandert. Irgendwo in die Sonne. Würd's ihm nicht verdenken.

Hm, mein Blog scheint gerade zum Retake von "Kochen mit Schwadroneuse" zu werden. Gefällt mir irgendwie gar nicht...


Also. Am Samstag bin ich mit einer Freundin bei rudirockt angemeldet. Vorgestern trafen wir uns in ihrer WG, um durchzusprechen, was wir denn kochen wollen. Gewünscht haben wir uns die Vorspeise, aber wir erfahren erst Freitag Mittag, für was wir eingeteilt wurden.

Die Vorspeise hatten wir schnell, ebenso wie eine potenzielle Nachspeise (Die wird großartig! *sabber*), aber beim Hauptgang taten wir uns noch ein wenig schwer. Soll es der Schmorbraten sein, der seit Freitag Nachmittag auf kleiner Flamme vor sich hin köchelt? Oder ganz einfach eine selbstgemachte Pizza? Oder vielleicht doch ganz profan Spaghetti Bolognese? Wir waren ratlos. Bis dann ihr Mitbewohner, selbst gerade am Herd stehend, sich einmischte:

"Ihr wollt was, das schnell geht und super schmeckt? Ich hab da was für euch."

Es klang gut. Lecker. Einfach. Ich wollte es heute probekochen, also kritzelte ich schnell mit, in dem Wissen, das mir das eine oder andere noch fehlt. Heute hatte ich dann alles beisammen.

Man schnetzle ein paar Hühnerbrustfilets und brate sie in einer Pfanne an. Gleichzeitig koche man Nudeln, am besten sowas wie Tagliatelle. Wenn die Nudeln al dente sind, werfe man sie zum Fleisch in die Pfanne und gebe ordentlich Honig drauf und lasse das Ganze ein wenig karamellisieren. Dann gebe man Balsamico-Essig dazu. Das nimmt die Süße des Honigs etwas weg. Fertig.

Man richte die Geschnetz-Nudeln auf Tellern an, gebe einige Blätter Ruccola darüber und bestreue diese mit etwas gehobeltem Parmesan.

Ich muss sagen, es sah grandios aus.
Ich weiß bloß nicht, was ich falsch gemacht habe.

Die Nudeln waren gummiartig zäh und gingen gar nicht. Das Gericht selbst hat irgendwie nach Krankenhaus gerochen, oder nach irgendwas ekelhaft Künstlichem. Die süß-saure Sauce war auf merkwürdige Weise unpassend.

Aber, wie der Mann mir hinterherrief, als ich kurz in die Küche ging, auf der Suche nach irgendwas, um den Geschmack zu verbessern:

"Der Salat ist super!"

Entjungfert

28.05.2013 12:19 | Kommentare: 3 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon
Bis vor gar nicht allzu langer Zeit konnte ich behaupten, ich hätte noch nie in meinem Leben Lasagne gegessen. Das stimmt (ich möchte fast sagen leider) nicht mehr, denn irgendwann in jüngerer Zeit ist mir eine über den Weg gelaufen. Ich weiß nicht, wann. Ein Jahr her vielleicht? Oder gar zwei? An ihren Geschmack kann ich mich jedenfalls nicht erinnern.

Weder dieser Zustand noch die Tatsache, dass meine italienische Pastaphase schon seit Wochen vorbei ist, konnten mich gestern davon abhalten, eine Lasagne selbst kochen zu wollen. Kann so schwer ja nicht sein, dachte ich. Mal sehen, wofür sie alle töten können.

Diese Worte sind von gestern. Da wollte ich einen Beitrag zu meiner ersten Lasagne schreiben, aber beim näheren Nachdenken kann ich nur dies sagen: sie war langweilig.

Mach ich bestimmt nicht wieder. Und wenn, dann mit viiiiiiiel mehr Geschmack. Mit überhaupt Geschmack. Und mit mehr Gemüse. Kürbis vielleicht oder Topinambur oder Spinat und Pilzen.

Und die Bechamelsauce... von wegen Butter und Mehl, dann nen Liter Milch reinkippen und mit Salz und Muskatnuss würzen. Das verbindet sich zwar, schmeckt aber nach Mehl. Schön, dass ich erst nach dem Kochen auf spannendere Zubereitungsarten gestoßen bin. Da ist zum Beispiel die Rede von Brühe, Sahne und Parmesan. DAS stelle ich mir interessant vor.

Und was die Form angeht: Ich wusste nichts darüber, dass man Lasagne lieber in einer flacheren Form schichtet. Meine Lasagne aber auch nicht. Nix zu al dente, nix zu klein, nix komisch. In meine Kastenform haben etwa anderthalb Blätter der Länge nach reingepasst, hier und da war was überlappt, aber das war ok. Den Tipp mit "zwischen überlappenden Blättern etwas Bechamelsauce verteilen, dann ist die Doppelschicht nicht zu trocken" hab ich natürlich auch hinterher erst gelesen. War aber eh nicht nötig.

Nun ja, jetzt weiß ich, was das ist und wie man's macht. Reicht mir als Erfahrung. Und nun zurück zu spannenderen Dingen.

Älter werden. Oder so

24.05.2013 12:50 | Kommentare: 5 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon
Schon komisch, das Älterwerden, Erwachsenwerden. Nicht dass ich mich für besonders erwachsen halte - das wird sich wohl auch nie ändern. Hoffe ich. Aber es gibt auch bei mir Dinge, die sich im Laufe der Zeit verändert haben. Werd ich etwa doch...?

Türen I


Die alte Hexe, die Wand an Wand mit meinen Eltern wohnte, war irgendwann ans Bett gefesselt. Sie wurde milde, weil sie auf unsere Hilfe angewiesen war. Aber das hielt sie noch lange nicht davon ab, jedes Mal zu meckern und uns anzurufen, wenn wir "die Tür zuknallten". Man würde ja aus dem Bett fallen. Wir verdrehten die Augen und konnten nie verstehen, wovon sie redet.

Meine Nachbarn heute sind fast alle junge Menschen um die zwanzig. Und sie alle knallen die Türen zu. Als gäbe es keine Klinken. Das Haus wackelt, man spürt es bis in die Knochen.

Ich möchte dann jedes Mal runterlaufen und sie mit ihren eigenen Türen erschlagen.

U-Bahn


Wann immer ich mit meiner Mutter Bahn fuhr, fand ich es unglaublig unnötig und nervig, wenn sie, kaum dass der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte, schon aufstand, um für unsere Station bereit zu stehen. Ich stand erst von meinem Platz auf, wenn die Bahn in der Haltestelle hielt. Warum sollte ich nicht rechtzeitig an der Tür sein? *schulterzuck* Wozu sich die Füße in den Bauch stehen, wenn man auch bequem sitzen kann, solange die Bahn noch fährt? Immer diese ängstlichen alten Menschen.

Heute stehe ich rechtzeitig auf. Zwar nicht sobald die Bahn an der vorherigen Station losfährt, aber durchaus bevor sie hält. Liegt vielleicht daran, dass viel mehr Menschen U-Bahn fahren als früher und dass all diese Menschen sich auch im Gang aufs Aussteigen vorbereiten. Oder vielleicht daran, dass es Zeit kostet, an in den Gang hineinragenden Knien oder Hunden vorbeizuslalomen. Oder vielleicht daran, dass meine Knie lieber nicht in Bewegung sein möchten, wenn die Bahn ruckartig bremst. Oder...

Türen II


Mein Ex war für so manche Gänsehaut verantwortlich. Unter anderem die Angewohnheit, beim Verlassen der Wohnung als erstes den Schlüssel von außen ins Schlüsselloch zu stecken, umzudrehen und dann die Tür leise in den Rahmen zu ziehen und direkt abzuschließen. Grässlich! Wozu denn? Was soll das? Was für ein Nerv! Gedanken einer Jugendlichen. Ich zog die Tür einfach hinter mir zu und steckte den Schlüssel dann ins Schloss. Fertig. Reicht doch.

Heute... (macht auch weniger Lärm)

Licht


War ich noch jung, als ich mich von einem erleuchteten Arbeitszimmer persönlich beleidigt fühlte? Als bei mir regelrecht die Beulenpest ausbrach, wenn meine Kollegen es abends wagten, das Bürolicht einzuschalten, wo doch das Licht des Monitors absolut ausreichte?

Sieht ganz so aus.

Musik


Music was my first love. Oder so. Ich hatte früher immer Musik an. Beim Hausaufgabenmachen, beim Lernen, beim Aufstehen, immer unterwegs. Immer. Laut. Zum Mitsingen (ich kannte jeden Text), zum Fühlen, zum leise Sterben, zum Glücklichsein.

Mein Ex fand es unerträglich, wenn ich morgens gleich als Erstes Delta-Radio einschaltete. Damals, in den Neunzigern, waren sie noch hart. Perfekte Aufstehmucke. Nicht selten erntete ich böse Blicke und ein beleidigtes Gesicht, wenn "Laura non c'é" in Discolautstärke über meine Lautsprecher in den Morgen strömte. Ich schüttelte den Kopf ob seiner Memmigkeit.

Heute macht mich selbst ein leises Coffitivity verrückt. Vor allem, wenn ich versuche, etwas zu lesen.

Und im Auto? Wenn ich mit meiner Freundin im Auto sitze, bin ich immer versucht, das Radio leiser zu drehen. Sie ist noch jung, aber ich höre meine eigenen Gedanken nicht mehr.

Duschen


Schon wieder mein Ex. Sorry, es sollte kein Ex-Bashing werden. "Immer stellst du die Dusche so hart ein! Das ist zu viel Wasser! Es ist zu laut! Zu heftig! Brauchst du das? Spürst du sonst nichts?" Oder so ähnlich.

Unnötig zu erwähnen, dass ich heute...


Und dann noch das: Wein schmeckt mir, ich habe die Gelassenheit entdeckt. Ich fürchte, ich bin doch erwachsen geworden.

Pfingsten

18.05.2013 16:11 | Kommentare: 1 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon
Pfingsten. Pentecost. Fünfzig Tage. Nach oder vor was keine Ahnung, aber fünzig sind's auf jeden Fall, das sagt mir mein Sprachverständnis. Woran ich aber immer — und ich meine wirklich IMMER — denken muss, ist folgendes:

Wintersemester 1993/94, die University Players proben Shakespeares "Comedy of Errors".
Akt 4, 1. Szene. Auftritt zweiter Händler, Angelo und ein Offizier.

Zweiter Händler zu Angelo:
"You know since Pentecost the sum is due,
And since I have not much importuned you..."

Regie zum zweiten Händler:
"Und hier dreh dich um zum Offizier und mach eine Geste à la 'Ich bin ja kein Unmensch...'"

Es gibt Dinge, die sich einem auf ewig ins Hirn einbrennen.

Erstens: Egal in welcher Inszenierung oder Darreichungsform, ich kann diese Szene seitdem nicht sehen, ohne darauf zu achten, ob der Händler die gleiche Art der zur Schau gestellten Großzügigkeit signalisiert.

Zweitens: Pfingsten. Jedes Mal.

Schönes langes Wochenende allerseits!

Heimat. Oder so.

18.05.2013 12:45 | Kommentare: 1 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon
Ich habe die ersten 14 Jahre meines Deutschland-Lebens in Billstedt gewohnt.


Das war lange vor meiner Zeit.

(Weiß irgendwer, ob und wo es den ganzen Beitrag gibt? Ich würde ihn gern sehen)

Auf dem Weg nach Tel Aviv - Gedankenfitzel

10.05.2013 14:33 | Kommentare: 1 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon
Ende April war ich für ein paar Tage in Israel.

Wann immer ich reise, brauche ich ein Auffangbecken für meine schnell fließenden Gedanken. Normalerweise schleppe ich ein handtellergroßes Moleskine mit, aber das hatte ich aus Gründen der Gepäckknappheit und der eigenen Schusseligkeit nicht dabei.

Nichts also, in das ich meine Hirnergüsse hätte hineinfließen lassen können. Allerdings lieh mir der Mann seinen Nexus 7 zeitweise aus, auf den er kurzerhand die "Writer"-App für mich installiert hatte.

Damit kann man arbeiten. Ich stelle aber immer wieder fest: am besten, schnellsten, ungehindertsten kann ich am Schreibtisch am großen Desktop schreiben, Unterarme auf dem Tisch, Tastatur spürbar unter den Fingern. Tippen fast ohne Hingucken. Den Gedanken freien Lauf lassen.

Ergebnis mit technischem Chi-Chi also unbefriedigend. Oder anders ausgedrückt: da ist noch Luft nach oben.

Nach vier Stunden Schlaf aufstehen, fertig machen, letzte Kleinigkeiten verstauen. Keine Zeit für Kaffee. Das Taxi ist in einer halben Stunde da. Rollkoffer lässt sich nicht zusammenklappen.

Flugzeit nach München eine Stunde. Versuche zu lesen, aber die Nachbarn konversieren in Kneipenlautstärke. Widerliche Lache, vor solchen Leuten nehme ich normalerweise lieber Abstand.
*

Menschen, die sofort nach Landung aufstehen, um dann minutenlang im Gang zu hibbeln. Noch nie verstanden.
*

Warten aufs Boarding.

Es ist warm, viel wärmer als in Hamburg. Warum sind Frankfurt und München eigentlich immer überheizt? Schaue mich um: die Arabisch sprechende junge Familie mit den ungebändigten Kindern, die um die Sitzreihen flitzen. Meine Schokolade wollte die Mutter nicht, aber vielleicht hat sie mich auch nicht verstanden. Die Kinder, ein Mädchen und ein Junge, er vielleicht sechs, sie vier, sehen aus wie die Mutter. Der Vater versucht sie auf Deutsch zur Räson zu bringen. Der Junge wiederholt lachend das hilflose "es reicht!" und rennt weiter. Krakeel, krakeel. Fliegen die etwa mit uns? Ich wünschte, ich hätte mein Ohropax griffbereit. Gehe im Geiste mein Gepäck durch. Verdammt, ich habe es ganz vergessen. Das wird noch lustig.

Blick wandert weiter: die ältere Dame, die ihre für Tel Aviv viel zu warme Jacke ins Handgepäck zu stopfen versucht. Ich möchte ihr dazwischengreifen. Wenn man die Jacke anders faltet und dann... Ach, was kümmert's mich?

Neben mir der indisch aussehende Mittfünfziger, der eine Liebesschnulze im Taschenbuchformat liest. Bollywood auf dem Cover, buntes Herzensglück, for under 60 and over. Na dann.

Meine Damen und Herren, wir beginnen mit dem Priority Boarding. Der sportliche Pferdeschwanz, der schlauer sein wollte, wird abgewiesen. Holzklasse. Schade aber auch. Do I look like I fly fucking economy?

Finger hat ein starkes Gefälle. Winzige Maschine, voll ausgebucht, großes Handgepäck bitte am Eingang abgeben. Die Kneipenlaberbacken sitzen wieder neben uns. Dafür ist die arabische Großfamilie nirgends zu hören.

Kreischen

03.05.2013 23:07 | Kommentare: 0 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon
Die Frau stand unter der Bahnbrücke, dort, wo die darüberratternden Züge am lautesten klappern, und kreischte sich die Seele aus dem Leib. Sie sah aus wie die Operndiva Montserrat Caballé, üppig, dunkelhaarig, rote Lippen.

Ihre Brust hob und senkte sich bei jedem neu angefangenen Ton, sie passte die Länge der Züge genau ab. Kurzer Zug — kurz kreischen, langer Zug — lang kreischen. Das ging nun schon fünf Minuten so. Ich war fasziniert von ihr. Ich konnte meine Augen nicht abwenden.

Was war wohl der Grund für ihr Kreischen? Stimmübungen? War sie Sängerin? Oder war sie Zeugin eines Mordes geworden? Hatte sie Angst? Oder Stress? Ihr schönes Gesicht zeigte keine weitere Regung. Sie sah nicht leidend aus, nicht glücklich, sie kreischte einfach nur.

Ich bekam Lust, mitzumachen. Aber ich hatte Angst, dass ich sie erschrecken und vertreiben würde. Ich wollte dieses Bild so lange wie möglich halten.

Die Lichter der vorbeifahrenden Zugwaggons erhellten die Bahngleise und tanzten auf ihrem Gesicht. Ich blickte hoch: ein ICE der neuesten Klasse. Mit dem wollte ich auch immer mal fahren, dachte ich. Ich wusste bloß nie, wohin. Vielleicht war die Frau ja aus solch einem Zug gestiegen...? Ich blickte wieder zu ihr.

Sie war verschwunden. Zurück blieb das Kreischen der Zugräder auf den Schienen.

Geschenke Geschenke Geschenke - Alea iacta est

02.05.2013 13:53 | Kommentare: 0 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon
Kaum wieder zuhause, galten meine Gedanken gestern Abend einzig und allein der Verlosung der Aktion Blogger schenken Lesefreude.

Das Setting war schnell aufgebaut: alle Namen der Kommentatoren im Blog und auf Facebook auf Zettel geschrieben, zusammengefaltet und in den Verlosungspool gegeben.
Dann übernahm der Mann die Rolle der Glücksfee und zog die Gewinnerin:
Tut mir wirklich leid für alle anderen, am liebsten hätte ich die Bücher vervielfacht und jeder/m einzelnen von euch geschickt.

Jasmin, du bekommst gleich eine Mail von mir.

Moar movies

26.04.2013 02:40 | Kommentare: 0 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon
16. Mai

20. Juni

11. Juli

25. Juli

8. August

Wer kommt mit?

Und nochmal Oh Yeah

24.04.2013 17:08 | Kommentare: 0 Facebook Sharing Icon Twitter Sharing Icon Flattr Icon

1. Mai *sabber*