Frittati, frittata

Man nehme…

– eine kleine Jamie, die seit Jahren durchs Sitzen und nicht Bewegen Überpfunde anhäuft
– die Erkenntnis, dass das nicht mehr geht und sie dringend was dagegen unternehmen muss
– ein Fahrrad, das sie gleich auf dem Weg zur Arbeit zur Reparatur bringen wird und fortan WIRKLICH zu benutzen gedenkt
– und die MyFitnesspal-App, die sie sich gestern Abend im Eifer aufs Handy runtergeladen hat und die mit interessant klingenden Rezepten daherkommt

Und da ich eben Zeit und einiges im Haus hatte, habe ich also dieses gebastelt:

frittata

Tomaten-Champignon-Frittata

– 5 Eier
– 4 Cherry-Roma-Tomaten
– 4 Champignons
– 1 grüne türkische Paprika (mild)
– 1 Knoblauchzehe
– 3 Scheiben Schweinebraten, in Stücke geschnitten
– 4 Scheiben Cheddar
– 1 Schluck Milch oder Mineralwasser (mit Sprudel)
– Olivenöl
– Salz, Pfeffer

Ofen auf 180-200°C vorheizen.

Knoblauch grob hacken. Champignons putzen und in Scheiben schneiden. Paprika entkernen und in Stücke oder Scheiben schneiden. Tomaten hälfteln. Eier in eine Schlüssel geben und leicht aufschlagen. Mit einem schluck Milch oder Mineralwasser auflockern, salzen und pfeffern.

In einer großen (ofenfesten) Pfanne etwas Olivenöl erhitzen. Den Knoblauch darin andünsten, dann die Paprika, die Tomaten, die Champignons und den Schweinebraten der Reihe nach dazugeben und mit anbraten.

Die Eiermasse dazugeben und mit Deckel aufstocken lassen. Je nach Größe der Pfanne und tatsächlicher Menge dauert das ein paar Minuten. Wichtig ist, dass der Boden und die Seiten halbwegs fest geworden sind.

Dann die Pfanne in den Ofen schieben und einige Minuten backen, bis die Frittata auch im Kern fest ist. Nun kurz rausholen, den Cheddar drauflegen und für weitere ca 3 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist.

*

Eigentlich sind das drei Portionen (oder zwei, je nach Hunger und Magengröße), aber ich hab mir das ganze Ding reingepfiffen, weil… es kalt nicht schmecken kann und weil ich nachher bis um zehn arbeite und keine Zeit zum essen haben werde. Darf ich nach so einer Einleitung eigentlich noch sagen, dass ich voll bin und platze? *vorsichtig_umguck*

Variationen:
– statt türkischer Paprika alle Sorten von Paprika oder alles, was man an Gemüse da hat (Zucchini, Mangold, Spinat, Spargel…)
– statt Schweinebraten mageren Schinken oder Bacon
– statt Cheddar Mozzarella
– man kann das Ganze natürlich auch kleiner gestalten und nur 2 Eier und evtl. von allem anderen weniger nehmen.

Fazit: das nächste Mal schredder ich den Cheddar IN die Frittata rein und nehme statt Champignons Shiitakepilze (aus dem Glas oder frisch, ist egal). Fürs Umami, ihr wisst schon.

Flattr this!

I brined my meat and I liked it

Na, alle den Ohrwurm im Kopf? Gut, dann kann ich ja weitermachen :D

Ich wollte schon länger mein Fleisch brinen (ähm, gibt’s da eigentlich ein deutsches Verb für? Pökeln etwa? Hm), vor allem die Hühnerbrustfilets, weil die beim Kochen immer so furztrocken werden, ich aber andererseits meist keine Lust hab, Hühnerschenkel zu entbeinen, um sie in die Pfanne oder ins Curry zu schmeißen. Wobei die klar besser schmecken, weil saftiger und überhaupt.

So hab ich also heute etwa 1 Liter Wasser aufgekocht, zwei Handvoll grobes Salz darin aufgelöst und die zwei Teile für einige Stunden reingelegt. Nachdem die Lake abgekühlt war, versteht sich, ich wollte das Fleisch ja nicht darin garen. Ich hatte gelesen, dass mehr als zwei Stunden das Fleisch matschig machen, aber das kann ich nicht bestätigen. Meins war bestimmt drei oder vier Stunden in Behandlung. Ohne Einbußen.

Und was also hab ich daraus gemacht?

Ditte hier:
wpid-20160223_201925

Italienisch inspirierte Hühnerbrustpfanne mit Spinat, Cherry-Tomaten und Champignons (für 2 Personen)

2 Hühnerbrustfilets, vorher für ein paar Stunden in Salzlake eingelegt, in Streifen oder Stücke geschnitten
2-3 Knoblauchzehen (ich hatte eine große Monoknolle), grob gehackt
eine Handvoll Cherry-Tomaten, halbiert
ca drei große Champignons, in Scheiben geschnitten
Fetakäse (bei mir war es ein kümmerliches Drittel von einer handelsüblichen Packung von 250 Gramm)
ca 200 Gramm frischer Spinat, gewaschen und geputzt
ein paar Blätter Basilikum, gerupft
ein paar Pinienkerne, trocken geröstet
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Pfanne erhitzen, Olivenöl rein, etwa die Hälfte vom Knoblauch andünsten. Darin das Fleisch anbraten, bis es nicht mehr dunkelrosa, sondern fast weiß ist. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Wieder etwas Olivenöl in die Pfanne geben, den Rest vom Knoblauch darin andünsten, dann die halbierten Tomaten mit reinwerfen, ein paar Minuten braten, dann die in Scheiben geschnittenen Champignons dazugeben, unter rühren kurz mitbraten. Ein-zwei Basilikumblätter mit reingeben. Nun den Spinat dazugeben und unter wenden und rühren dünsten. Nicht wundern, er verliert an Flüssigkeit und Form und fällt arg zusammen. (Wenn ich so darüber nachdenke, glaube ich, dass ich den Spinat separat gedünstet hab und anschließend die Tomaten-Champignon-Mischung wieder in die Pfanne gegeben habe. Ist aber egal, glaub ich.)

Das Fleisch zurück in die Pfanne geben und mit dem Rest zusammen verrühren. Den Feta reinbröseln und bei kleiner Flamme ein paar Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Pinienkerne in einer trockenen Pfanne goldbraun rösten.

Mit Salz (vielleicht, das Fleisch ist von alleine recht salzig) und Pfeffer (auf jeden Fall) abschmecken, mit den übrigen Basilikumblättern und den Pinienkernen garnieren und genießen. Nom.

Achja, das Bild hab ich noch schnell mit dem Handy geschossen, bevor alles weg war. Sorry for that. Not.

P.S. Ihr habt doch wohl nicht ernsthaft geglaubt, dass ich nie wieder blogge, oder?

Flattr this!

Karamellisierte Äpfel und Mosto Cotto

Neulich auf dem Food Market. Mein leerer Magen schiebt sich durch die Massen und erblickt als erstes eine leere Pfanne, ein Schälchen mit Apfelstückchen und das vielversprechende Schild “Karamellisierte Äpfel mit Mosto Cotto”. Das Gehirn meldet vage Erinnerung an ein ähnliches Event und Gericht und befiehlt stehen zu bleiben.

Die Kochschürze hinter der Pfanne beginnt sogleich Dinge in selbige zu gießen, kippen und zu schneiden, Wohlgerüche kitzeln uns die Nasen, während unsere Ohren versuchen das nervige Kind am Bildrand auszublenden, denn: das Ergebnis zerbombt die Geschmacksnerven, auch wenn mein Hunger mir normalerweise Deftiges zur Besänftigung gebietet.

And here goes. Karamellisierte Äpfel mit Mosto Cotto.

In einer antihaftbeschichteten Pfanne etwas Fett geben (die Kochschürze hatte raffiniertes Rapsöl, aber ich nehme an, Butter oder ein geschmacksneutrales Öl tun es auch), darin Zucker leicht karamellisieren.

Die Apfelstücke im Karamel wälzen – nur stilecht mit gekonntem Schwung aus dem Handgelenk – und anschließend etwas Mosto Cotto drüberträufeln und umrühren oder schwenken.

Feddich. Bombastisches Dessert in Nullkommanix aus dem Handgelenk Hut gezaubert.

Nachtrag: passt wunderbar zu (bitte ungesüßter!) Schlagsahne und/oder (Vanille)Eis.

karamellisierte Äpfel

~~~

Und was bitte ist dieses Mosto Cotto, aus dem mein Gehirn immer “Motto Costo” macht? Nun, der Name verrät es: gekochter Most. Eingedickter Traubensaft. Sirup.

Die kleine Flasche kostet elf irgendwas, dafür bin ich grad zu geizig, also beschließe ich, das selbst in die Hand zu nehmen. Probieren, studieren, ihr wisst schon. Dazu lege ich tags darauf beim Edeka eine Flasche Eckes Roter Traubensaft in den Einkaufskorb und koche ihn bei leiser Flamme stundenlang ein.

Hier hat mal das entsprechende Instagram-Bildchen gestanden, aber bei dem aktuellen Layout zersprengt es die Seite *shrug*

Tja, ich hab’s ja nicht so mit Zahlen, deswegen kann ich jetzt nicht mehr sagen, wie lange es wirklich gedauert hat, aber irgendwo hab ich was von 170 Minuten gelesen. Aber es ist denkbar einfach: Saft in (am besten antihaftbeschichteten) Topf geben, zum Kochen bringen, Flamme wieder runterschalten und schön reduzieren. Es soll ein dickflüssiger Sirup entstehen. Dabei immer wieder beobachten.

I think I overdid it a little, denn am Ende roch es verdächtig angebrannt in meiner Küche (und man kann ja nicht sehen, ob der Sirup schwarz wird har har), aber er geht. Ich hab noch etwas Zucker hinzugefügt, weil er mir zu sauer war (der Saft war es nicht, komisch). Und etwas Wasser, da viel zu dick.

Jetzt hab ich ein kleines Gläschen schwarzen Goldes im Kühlschrank. Das geht bestimmt auch gut mit weißem Traubensaft.

Mosto Cotto, selbstgemacht

Im Übrigen schmeckt das Ganze verdächtig nah am Zuckerrübensirup, weswegen ich der Meinung bin: kann man machen, muss man nicht. Ökonomie des Alltags. *shrug*

Flattr this!

What’s in a salad?

Als ich nach Deutschland kam, war ich über das, was man hierzulande unter Salat versteht, erstaunt. Grüne Salatblätter, Oliven, Ei, Schinken, Käse, Spargel, Dressing – lauter Merkwürdigkeiten, über die ich den Kopf schüttelte. Ich kannte das alles nicht. Unser Salat, und das, was ich heute noch liebe, war anders. Einfacher. Bodenständiger.

Hier meine liebste (Basis-)Version:
Tomaten
Gurke (gern die kleinen, die es beim Türken gibt, Salatgurke ist aber auch prima)
Zwiebel
Paprika, gerne auch grüne (ich weiß, ihr mögt die nicht. Warum eigentlich?)
Öl (neutrales wie Sonnenblumen-, aber auch gerne Olivenöl; mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt)
Zitrone
Salz, evtl. Pfeffer wer mag

Tomaten, Gurke und Paprika waschen und putzen. Tomaten in Spalten schneiden, Gurke in Scheiben oder Würfel, Paprika in mundgerechte Stücke. Zwiebel schälen und fein bis grob hacken.

Alles in eine Schüssel geben, salzen (und pfeffern), durchrühren. Öl dazu, Zitronensaft.

Tomaten für Salat

Varianten:
– Knoblauch, gepresst, zerrieben oder fein gehackt. Meine Schwester mag keine Zwiebeln, sie macht den immer mit Knoblauch.
– Radieschen, in Stücken oder grob gehackt
– Frühlingszwiebel, in Ringen
– Schafskäse, aber nur diesen wirklich schmackhaften, kein weißes Plastikzeug!
– Champignons, in Scheiben, Spalten oder sonstwie
– Petersilie, gehackt
– Dill (ich weiß, ihr sagt immer, Dill ist ein Fischgewürz und dass ihr euch nicht vorstellen könnt, ihn zu etwas anderem zu nutzen. Aber ich sage euch: Petersilie und Dill sind in der rumänischen Küche die meistbenutzen Kräuter – und zwar zu allem. Ich glaub, ich schreib noch’n paar Rezepte damit auf. Ihr werdet schon sehen)

Ich geh jetzt mal in die Küche und schnippel mir einen. Guten!

Achja, dazu wunderbar passend: das rumänische Knoblauchbrot.

Flattr this!

Warum ich mich auf den Herbst freue

Da wo ich bin, soll immer Sommer sein. Kindischer Traum, ich weiß. Vor allem angesichts der Tatsache, dass wir heute schon den 1. September haben. Merdöööö, wo isn der August geblieben? Eben war er noch da.

Wie auch immer, man soll ja in allem das Gute sehen. Deswegen hier eine kleine Liste all der Dinge, auf die ich mich im Herbst freue:

  • Kürbisse. Endlich mal wieder einen leuchtend-orangenen Hokaido kaufen und zur Kürbiscremesuppe verwursten. Oder zum Backofengemüse. Nom.
  • Eintöpfe. Der neu erstandene Bräter von IKEA muss endlich in Gebrauch genommen werden. Gulasch, Boeuf Bourguignon, Beouf en daube, Topfbrot, you name it. Quasi was ich schon immer mal kochen wollte, wofür mir aber der Topf fehlte.
  • Maronen. Ich fand die früher echt scheiße, komisch. Kann ich nicht mehr nachvollziehen. Obwohl… ich war halt jung und hatte keine Ahnung.
  • Pilze. Nee, ich sammle nicht, aber andere tun das dann für mich. Passt schon. Und dann irgendwas für den Schmortopf.
  • Rotwein. Örgs, den ganzen Sommer musste ich mit Weißwein vorliebnehmen, und von dem krieg ich echt immer Sodbrennen. Ehrlich, ich freue mich auf die grauen Zähne. Hab mal gehört, dass der Wein dann besonders gut sein soll. Jo, passt schon.
  • Bücher. Mal wieder gemütlich aufm Sofa flezen und stundenlang lesen. Ich hab da noch das eine oder andere, was ich den ganzen Sommer nicht anfassen mochte…
  • Stricken. Ich hab ja Anfang des Sommers damit aufgehört, weil mir unterm Strickzeug zu warm wurde. Aber Muttern braucht noch einen Schal, den hab ich ihr versprochen.
  • Stiefel mit Rock und Pullover. Wobei… das sieht ja immer besser aus (und vor allem bei anderen) als es sich von innen anfühlt. Eigentlich bin ich gar kein Stiefel-Rock-und-Pullover-Typ. Ich hasse es, in geschlossenen Räumen Pullover zu tragen. Und Rock ist immer so unpraktisch. Wo soll ich mein Handy denn hintun, wenn ich keine Jeans mit Hosentasche tragen? Und mein Portemonnaie? Und ach ja, im Schneidersitz sitzen ist ja dann auch nicht. Ja, ne, das lassen wir lieber. Aber schick sieht es schon aus. An anderen.
  • Frische Luft. Hach, ich liebe diese ländlich anmutende Herbstluft! Was? Es stinkt in Hamburg immer? Davon weiß ich nichts, geh weg.
  • Sky porn. Und überhaupt diese Farben! Wer braucht schon die USA? Wir haben unseren eigenen Indian Summer.

Hmja… vor allem mit dem letzten Punkt versuche ich wohl, mir das schönzureden, dass wir dieses Jahr nicht wie geplant dorthin fliegen. Aus Gründen. Aber nu ja. Herbst in Hamburg ist ja auch schön.

Bild011

Flattr this!

Jamie und die Fleischeslust

Ich habe fleischliche Gelüste. Und da ich mir neulich selbst geholfen* habe und es gut war, hab ich beschlossen, mal fremde Hände ranzulassen. Ich rede von Burgern. Ich bin auf der Suche nach dem perfekten Burger – oder zumindest nach guten Kameraden.

Ich konnte es mir nicht nehmen, das Orakel zu befragen. Bisherige Tipps:
The Bird (da war ich tatsächlich schon ein paarmal)
Hatari (ich hatte gar nicht gewusst, dass die auch Burger haben)
Hans im Glück (jep, gesehen, dass der vor Kurzem geöffnet hat, wollte ich schon hin, als es noch im Bau war) Peter Pane (ist jetzt eine andere Kette mit neuem Namen und neuer Seite)
Dulfs Burger (noch nie gehört)
Old McDonald (komisch, auch nicht)
The Burger Lab (hatte neulich auf Twitter die Frage, ob ich mit hinwill, konnte ich aber nicht. Und ein paar Tage später bin ich da zufällig vorbeigekommen. In meinem Hirn machte es “Ah, hier ist das!”)
Brooklyn Burger Bar (hier steh ich IMMER vor verschlossener Tür, weil die Sonntags zu haben grmpf)
Burger Lounge (Lieferdienst)
Bucks Sportsbar Restaurant (ich scheine ja wirklich keine Ahnung zu haben)
Chicago Meatpackers (DAS klingt verführerisch!)
Burger Me (Lieferdienst)
Gorilla Grill (Hey! Niemand hat je behauptet, dass ich alles kenne!)
El Chanti Deli (hat jemand eine Ahnung, wie sich der ausspricht? Tschanti? Hm, klingt irgendwie indisch…)
Meatery (Da hab ich mal ein Steak gegessen, so groß wie das Saarland, da red ich heute noch drüber)
Better Burger Company (das scheint noch nicht so wirklich fertig und offen zu sein, oder?)

Na ja, dass ich nicht die einzige bin, der das Thema (zumindest temporär) am Herzen liegt, war klar. Hier sind auf die Schnelle zwei Artikel dazu:
Burger-Restaurants in Hamburg
Volker mampft sich durch Burger-Läden

Und dann gibt’s da noch die Burger Trucks. Geniale Idee. (Und während ich an diesem Post rumdokter, bekomm ich gerade den F-Burger vorgeschlagen. Läuft.)

Und irgendwer vergleicht und testet immer etwas. Warum nicht auch Burger (wenngleich auch nicht nur in Hamburg)?

Die Mopo hat auch mal die Burger der Hansestadt “getestet”, aber das war nicht wirklich was, deswegen verlink ich das hier nicht. Aber in den Kommentaren findet sich der eine oder andere interessante Tipp:
– Hanse Grill in Bergedorf
– Imbiss “SMAK” an der Ecke Süderstraße/Ausschläger Weg
– “Sonnenseite” in der Weidenallee (selbstgemachter Burger)
– Kleine Pause
– Club Burger vom “Le Royal Meridien”
– Burger vom Argentinier beim AEZ

This is the beginning of a wonderful friendship, würd ich mal sagen.


*) Ach ja, meine eigenen Burger neulich. Die waren natürlich low carb, ohne das langweilige Brot. Here goes:

250 Gramm Rinderhack
Salz & Pfeffer, am besten aus der Mühle
Schimmelkäse, 1 Scheibe (oder irgendwas, was als Scheibe durchgeht)
Cheddar, 1 Scheibe
Romanasalat, ein paar Blätter
Tomate, in Scheiben geschnitten
rote Zwiebel, in Ringen geschnitten

Das Hack aus dem Kühlschrank nehmen und bei Zimmertemperatur etwas anwärmen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und durchmischen. Aus dem Fleisch zwei Pattys formen, gerne von großzügiger Dicke (meine waren anderthalb bis zwei Zentimeter dick). Keinen Kopf machen, wenn die Pattys nicht perfekt rund werden, wir sind hier nicht in der Burgerfabrik.

Öl in Pfanne erhitzen. Die Pattys jeweils drei Minuten von jeder Seite braten. Wenn sie dicker sind, gerne etwas länger. Beim letzten Mal umdrehen, jeweils den Käse auf die Pattys legen und schmelzen lassen. Evtl. den Deckel auflegen. Achtung, nicht verschuhsolen! Wenn sie beim Reinbeißen einen rosa Kern offenbaren, hat man es gut gemacht.

Die schön bekästen Pattys auf einen Teller geben, mit Salatblatt, Tomatenscheibe, Zwiebelring(en) belegen, etwas Tomatensalat drumrumschichten und genießen. Variante: das Patty zwischen zwei Salatblättern einwickeln, dann kann man die Burger mit den Fingern essen. Nom!

Beweisfoto – gibt’s direkt bei Instagram. Es zersprengt gerade mein Layout, deswegen hab ich’s versteckt.

Ach ja, Soße. Das leidige Thema. Ich sehe das folgendermaßen: beim handelsüblichen Burger fehlt dem Patty aufgrund unterlassener Würzung Geschmack. Diesen Mangel versucht man, mit Soßen wettzumachen. Ich aber sage euch: dieser hat das Ü-BER-HAUPT nicht nötig. Doppelnom.

Flattr this!

Sesam öffne dich

Neuerdings mache ich in Tahini. Ich mochte das Zeug früher nie. Schmeckte mir immer zu staubig. Aber jetzt – ist das dieses Erwachsenwerden, von dem alle reden? – hab ich’s für mich entdeckt. Das Gleiche gilt übrigens für Hummus und Falafel, diese ganzen Kichererbsengeschichten. Bei Inbar hab ich mir das Rezept ausgeliehen und seit zwei Tagen esse ich nur noch das zum Frühstück. Na ja, auch zwischendurch.

Ich habe es ein wenig abgewandelt, aber ich finde, das tut der Sauce keinen Abbruch.

In einer kleinen Schüssel gibt man

1-2 EL Sesampaste (gibt’s bei Edeka unter “Tahini” har har), am besten ohne das Öl,
1-2 zerdrückte/gepresste Knoblauchzehen (ich hab so minikleine, deswegen sind’s bei mir eher 2-3),
den Saft von einer halben Zitrone,
Salz und Pfeffer aus der Mühle,
Kreuzkümmel und Paprikapulver (ich hab das süße genommen) und
frische Petersilienblätter, feingehackt

und mischt alles einmal durch. Man braucht keinen Mixer oder Blender oder sonstige HiFi-Küchenmaschinen dazu, ein einfacher Teelöffel oder eine Gabel reicht vollkommen.

Dann fügt man etwas lauwarmes Wasser hinzu und rührt, bis sich alle Bestandteile zu einer hell-beigen Sauce verbunden haben. Konsistenz ist wie immer Geschmackssache. Wem die Sauce zu dickflüssig ist, der nimmt noch etwas Wasser, wer es lieber dichter mag, nimmt noch mehr Sesampaste.

Man kann übrigens auch andere Kräuter nutzen. Inbar redet von Koriander und Minze, ich kann mir auch Thymian, Basilikum oder Dill vorstellen, hab’s aber noch nicht probiert.

Kohlrabi oder anderes Gemüse als Sticks rein, genießen.

Tahini mit Kohlrabisticks

Das Foto ist entstanden, nachdem ich schon angefangen hatte, ich Gierlappen.

Flattr this!

Dockville – Schmockville

Dockville-Tasche

Ich bin seit Tag 1 dabei. Damals, 2007, als wir am Freitag auf dem Kantstein in der Wollkämmereistraße saßen und überlegten, ob wir reinwollen oder nicht und uns dann irgendwann einfach dazu entschlossen, die zehn Euro auszugeben und zu feiern. Wir groovten bei The Whitest Boy Alive und 2Raumwohnung. Damals war es ein zwei-Tages-Festival, den zweiten Tag sparten wir uns. Genug reingeschnuppert. Aber ich wusste, ohne will ich nicht mehr.

Im zweiten Jahr gewannen wir die Eintrittskarten. Zufällig. Unerwartet. Großartig. Vier Karten, zwei mal zwei. Genial. Fettes Brot und Bierdusche von Deichkind bei Vollmond, im romantischen Wäldchen bei Musik von Jakob the Butcher tanzen, den Brombeerbüschen trotzen, tierische Holzskulpturen und den nachgebauten Rethe-Speicher im Wildweststil erkunden. Unvergessen.

Dockville-Holzskulptur

Im dritten Jahr dann die erste Enttäuschung: das Wäldchen abgeholzt, die Holzskulpturen weg, das Gelände merklich kleiner. Wie die Erde: nur ausgeliehen. Dafür steht der Holz-Speicher noch. Immerhin. Neu eine Halle in bis dahin unbekannten Gefilden, die Straße runter. Terra incognita. Dort spielt DJ Phono Daft Punk. Die Luft ist stickig, Schweiß tropft von der Decke. Draußen lauern die Mücken. Am Samstag sitzen wir beim Gig von The Whitest Boy Alive auf dem Deich und lassen uns die Burger-Sauce in den Schoß tropfen.

Das vierte Jahr bringt Regen bei Jan Delay am Sonntagabend, aber da bin ich schon wieder zuhause. Dortgebliebene werden nass bis auf die Knochen, lassen sich aber nicht stören.

Ich fange an, mich nicht mehr an die Bands zu erinnern. Abhängen im Wald und gute Gespräche, das ist hängengeblieben. Mückenstiche und dreckige Klamotten. Absolute Liebe zur Kulisse. Aber auch das Gefühl, dass es nicht mehr das ist, was es mal war. Ein Gefühl, das nicht mehr weggeht.

Irgendwann bin ich zum ersten Mal beim Kunstville dabei, vor dem eigentlichen Festival. Und bin geflasht von der chilligen Atmosphäre und der Schönheit der Kunstinstallationen. Und beschließe, nächstes Jahr wieder hinzugehen.

Stress pur dafür beim Festival ein paar Tage später: das Gelände ist irgendwie noch kleiner geworden, dafür zerfaserter (man muss eine befahrene Straße überqueren und ein hochgehaltenes Seil spielt Fußgängerampel), es gibt mehr Bühnen und Bands als je zuvor – und mehr Menschen. Ich schnappe nach Luft, verkrieche mich im Wald. Da, wo wir immer sitzen. Schön nach wie vor: alte Freunde wieder treffen, die Insel genießen.

Seit zwei Jahren denke ich nun, dass ich mir das nicht mehr geben will – und kaufe trotzdem immer wieder im September zwei Karten. Es ist schwer, sich von alten Gewohnheiten zu lösen. Jetzt hab ich einen Abnehmer für meine Tickets gefunden, der Entschluss ist gefallen: ich werde nicht hingehen. Stattdessen will ich zum Kunstcamp. Die Veranstaltungen interessieren mich nicht, ich will nur gucken, was das Gelände so macht, das mich all die Jahre begleitet hat. Die schöne Industriekulisse voller Mücken und Brombeerbüsche.

Rethespeicher

Vorhin dann – ich hatte per Mail nachgefragt – die Hiobsbotschaft: das MS Artville Gelände ist nur während der Veranstaltungen am Wochenende geöffnet. Seufz.

Dann feiert mal schön. Ohne mich.

Flattr this!

Von Eulen und Lerchen

Ich habe es satt, mich anpöbeln zu lassen.

Dafür, dass ich es wage, nicht wie “normale Menschen” um neun Uhr morgens schon gestriegelt und geputzt, gefrühstückt und womöglich noch stundenlang durch die Gegend gefahren, am Schreibtisch zu sitzen und schon seit Ewigkeiten irgendwelche Papiere oder Bits und Bytes hin und her zu schieben.

Dafür, dass mein “morgens” ein komplett anderes ist als ihres. Dafür, dass es sich erdreistet, nicht bereits um neun, sieben oder gar um fünf Uhr zu beginnen.

Dafür, dass ich mein Frühstück teilweise um 14 Uhr oder gar später zu mir nehme, es aber trotzdem “Früh”stück nenne, weil es eben die erste Mahlzeit _meines_ Tages ist – völlig unabhängig von irgendwelchen von der Gesellschaft dafür aufoktruierten Das-Muss-So-Uhrzeiten.

Ich habe es satt, mich als Langschläfer und Faulpelz beschimpfen zu lassen, nur weil ich nicht mit den Hühnern und der Sonne zusammen meinen ersten Kaffee trinke.

Ich habe es satt, mir von Unbekannten, die weder mir, noch denen ich folge, geschweige denn von denen ich jemals was gehört hätte, sagen zu lassen, um 8:40 am Morgen (sic!) habe man gefälligst längst wach zu sein.


Ne, schon klar.

Ich möchte mich auch nicht erklären oder rechtfertigen (müssen), dass ich ja keinesweges länger, sondern lediglich _später_ als vermeintlich Normale schlafe (und lebe).

Dass mein Tag eben nicht um 22:00 mit einem Buch in der Hand im Bett endet, sondern teilweise erst dann, wenn die ambitiösesten Lerchen unter euch bereits wieder aufstehen.

Ich will mich nicht über diesen vermeintlichen Makel damit trösten (lassen), dass ich den Sonnenaufgang und die Stille am Morgen, wenn die Stadt noch warm unter der Decke liegt, durchaus mitkriege und mich daran erfreue.

Ich glaub, ich dreh den Spieß einfach mal um. Wenn mir irgendwer das nächste Mal mit “oh, ist es schon zwölf oder wieso bist du schon wach?” kommt, dem werde ich ein trockenes “Mensch, du sollst dich doch vorm Schlafengehen nicht so aufregen” entgegen schleudern.

Lerchen – Schmerchen. Könnt mich mal. Ich bin eine Eule.

Flattr this!

Super Ebayer, immer wieder gerne

Stell dir Folgendes vor. Eines Tages kommt dein Chef rein und sagt:

“Leute, wir werden bald ein neues Feature einbinden: ein Bewertungsportal. Da können User ganz einfach unsere Produkte und Dienstleistungen bewerten. Ist das nicht toll? Und ich will jetzt von jedem von euch bis Freitag mindestens zwanzig Bewertungen haben. Die kommen dann ins neue Portal, damit das nicht so leer aussieht, wenn wir starten. Es gibt übrigens auch was zu gewinnen: ein nagelneues iPhone.”

Das Gerät in Chefs Hand sieht verlockend aus. Wolltest du nicht schon immer sowas haben? Also ran an den Speck.

Die Arbeit der nächsten Tage sieht wie folgt aus: Pseudonym erfinden, dazugehörige Wegwerf-Emailadresse erstellen, im (noch geschlossenen) System einloggen, Produkt aussuchen, Bewertung aus den Fingern saugen und ins System einhacken. Pseudonym erfinden, dazugehörige Wegwerf-Emailadresse erstellen, im System einloggen, Produkt aussuchen, Bewertung aus den Fingern saugen und ins System einhacken. Pseudonym erfinden…

Ganze einundzwanzig Bewertungen schreibst du, dann reicht’s dir und du hörst auf. Soll ist erfüllt, außerdem ist das Schreiben von fake Bewertungen nicht ganz das, was dein Herz erwärmt.

Am Ende der Woche wird unter viel Pomp der Gewinner bekanntgegeben. Es ist der aufgeblasene M. aus der Sales-Abteilung, der sich mit der verzogenen Prinzessin F. von Marketing ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hat, sich aber letztendlich ganz knapp mit 175 gegen 173 Bewertungen durchsetzen konnte.

Während er mit strahlendem genugtuerischem Lächeln das iPhone in Besitz nimmt, lässt du dir diese Zahl auf der Zunge zergehen. Einhundertfünfundsiebzig. Angesichts dessen, was sich während deiner eigenen Bewertungsfakerei an Arbeit auf deinem Schreibtisch angesammelt hast, kannst du nur den Kopf schütteln. Glückwunsch, Kollege. Die Firma weiß deinen Elan zu schätzen.

Bewertungen im Internet. Mein Thema (ok, eines davon). Wieviel kann man drauf geben, was andere über ein Produkt oder eine Dienstleistung so im Internet schreiben? Wie wir mittlerweile wissen (sollten), nicht viel. Gekauft, erstunken und erlogen, allesamt. Oder fast alle.

Wie man die schwarzen Schafe aus der Herde rausfiltert, erklärt dieser Artikel ganz gut. Klar sollte jedem sein: alles, was nach absoluter Wahrheit schreit, sollte zumindest mit einer gehobenen Augenbraue betrachtet werden. Wer kriegt denn schon immer die volle Punktzahl?

Interessant fand ich beim Lesen den Google-Test. Auf den war ich bisher noch nicht gekommen, obwohl ich mich durchaus für einen erfahrenen Internet-Hasen halte. Wären wir auf Twitter, würde ich jetzt den Hashtag #wirstaltwieneKuh nutzen.

 

Flattr this!

Bohrbsen

Ich bin so ein Stadtkind.

Neulich auf dem Markt: “Boah, das sind aber monströse Erbsen!”
Marktbeschicker, grinsend: “Das sind keine Erbsen.”
Ich, große Augen kriegend: “Ach, das sind Bohnen?”
Er: “Wenn das Erbsen gewesen wären, hätt ich sie sofort zurückgegeben.” und packt mir ne Handvoll ein.

Hatte ich also frische Bohnen. Endlich. Das hier will ich schon so lange mal machen.

Und so sah das dann gestern bei mir aus:

frische Bohnen vom Markt, noch in der Tüte
Frisch vom Markt
einsichten ineine Bohnenschote
Zeig mir dein Innerstes, Baby.
Bohnenschoten, leer
The remains of the Pulerei
dicke Bohnen, aus den Schoten befreit
Ausbeute, die erste
Bohnenkerne nach dem Kochen
Schrumpelig nach dem Kochen
Bohnenhäutchen, abgepult
Elende Fummelei
gepulte und enthäutete Bohnenkerne
Ausbeute, die zweite
Endergebnis Bohnenpüree
Auf die Löffel, fertig, lecker!

Der Mann so: “Mhm, lecker. Schmeckt nach Erbsen.”

Flattr this!

Bolo porn

Lamm-Bolognese mit Wein für die Köchin

Es gibt Kombinationen, die gehören einfach zusammen: Romeo und Julia, Himmel und Hölle, Rindfleisch und Rotwein. Ich hab gestern eine entdeckt, die mir vorher so nicht bewusst war: Lamm und Minze.

Bei meinem Edeka gibt’s neuerdings (oder vielleicht schon immer, aber was weiß ich schon?) Lammhack. Tiefgefroren freilich, denn sie dürfen kein Frisches verkaufen. Als ich vor einigen Tagen mit dem Mann dort war, hab ich mir vorsorglich zwei Packungen in den Korb gelegt. Wer weiß, wann’s das wieder gibt?

Und dann durfte der Mann sich was wünschen. Er lehnte das Hackbällchen-Ragout mit Kichererbsen in Tomatensauce genauso ab wie den Lammhack-Burger und den Mangold-Lamm-Auflauf. Übrig blieb die Lamm-Bolognese, die ihm große Augen machte.

Ich weiß nicht, ich war nie wirklich ein Bolo-Fan. Klar, ist lecker und wenn man da ne Tonne Parmesan draufstreut, haben die glitschigen Spaghetti auch eine Chance, aber so richtig vom Hocker gerissen hat mich dieses nicht-italienische Fake nie. Deswegen mach ich Spaghetti, Verzeihung: Nudeln Bolognese wenn überhaupt, dann nur dem Mann zuliebe – in der Hoffnung, dass ich ihm beim nächsten Mal wieder was von “meinen” Sachen reindrücken kann. Böse, ich weiß.

Aber wir hatten Lammhack. Und mit Lamm wird eh alles besser. Flugs noch eine Packung Tagliatelle (die guten, mit Bronzeformen, wegen der Saucenhaftigkeit) besorgt und eine Flasche vom guten Roten aus dem Keller hochgeschleppt. Los geht’s.

Tagliatelle mit Lamm-Bolognese (für 2-4 Personen)
Olivenöl
500 Lammhack
2-3 mittlere Möhren
1-2 Selleriestange mit Kraut
1-2 rote Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
2 Gläser guter trockener Rotwein
400 Gramm Tomaten aus der Dose
Kräuter & Gewürze: Oregano, 1 Lorbeerblatt, 1 Zimtstange, 1 Prise Chili, Salz, Pfeffer
Nudeln: Tagliatelle oder was immer ihr wollt und da habt (wer wird schon so päpstlich sein?)
Parmesan (einen halben Kaffeebecher voll)
Butter (ca 2 EL)
frische Minzblätter, gerupft (ca 1 Kaffeebecher voll)
das Kraut vom Sellerie, leicht gehackt oder zerrupft

In einer genügend großen Pfanne etwas Öl erhitzen und darin das Lammhack mit einer Prise Salz für ein paar Minuten braten, bis es durchgehend braun ist. Derweil Karotten, Sellerie (ohne das Kraut) und Zwiebeln fein hacken oder in der Maschine von grob nach fein pulsen. Den Knoblauch pressen.

Das Fleisch mit einer Schöpfkelle aus der Pfanne geben und beiseite stellen. Das Gemüse mit einer Prise Salz in die Pfanne geben und für ein paar Minuten glasig braten. Den gepressten Knoblauch dazugeben und kurz weiter rühren. Mit dem Rotwein ablöschen (und schön den Boden der Pfanne mit dem Holzlöffel schrubben, da stecken die ganzen Aromen drin). Bei kleiner Flamme die Flüssigkeit einkochen lassen. In der Zwischenzeit kann man dann ganz privat den guten Roten reduzieren.

Wenn der Sud zur Hälfte reduziert ist, Tomaten, Oregano, Lorbeer, Zimtstange und Chili dazugeben und 10 Minuten weiterköcheln. Fleisch zurück in die Pfanne geben, alles umrühren und noch weitere 20 bis 30 Minuten simmern lassen. Hier musste ich übrigens alles aus der Pfanne in den großen Topf umschichten, weil der Berg drohte umzukippen. Ist egal, Hauptsache genug Platz zum Rühren.

In der Zwischenzeit einen großen Pott Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, ordentlich salzen (ich erinnere: Meerwasser!). Etwa 10 Minuten vor Fertigwerden der Sauce die Nudeln ins kochende Salzwasser geben und umrühren. Und schön darauf achten, dass die Nudeln nicht verkleben. Aber hey, bitte kein Öl ans Kochwasser, das ist pfui!

Wenn die Pasta al dente ist (meine Tagliatelle brauchten 8 Minuten) aus dem Wasser fischen und tropfend zur Sauce geben (ODER einen halben Kaffeebecher voll Kochwasser zurückbehalten und dann die Pasta abgießen). So oder so landet die Pasta jetzt in der Saucenpfanne. Umrühren, damit die Nudeln sich mit der Sauce vermischen, dann das zurückbehaltene Kochwasser, den Parmesan, die Butter, 2 EL Olivenöl und das Grünzeug (Minze und Selleriekraut) dazugeben und alles ordentlich miteinander vermischen. Sobald die Butter geschmolzen und alles vermischt ist, servieren und genießen.

Hallelujah, DAS ist ne Bolognese, ich sach’s euch! Ich will nie wieder eine andere kochen oder essen. Das Aroma vom Lamm in Kombination mit der Frische der Minze ist göttlich. Und dazu der lange eingekochte Rotwein. Hammer! Ich hatte übrigens eine Mischung aus diesen beiden, weil: der linke ist zwar schon sehr gut, aber der rechte hat noch mehr Schmachtfaktor.

rotweinmix_bolognese

Der Mann, glücklich, zwischen zwei Bissen: “Das ist keine Bolognese, das ist Porn.”

Flattr this!

Knack!

Das scharfe, trockene Geräusch fuhr ihm durch Mark und Bein. Er war sofort hellwach. Was war das denn? Dann spürte er es. Stechend, heiß, bohrend, reißend. Innerhalb von Sekunden explodierten Wellen von betäubendem Schmerz durch seinen ganzen Körper. Nie hätte er gedacht, dass solche Schmerzen wirklich existierten. Damals, im Nest, hatten die Älteren den Jüngeren Horrorgeschichten erzählt, um sie zum Weinen und um ihren Schlaf zu bringen, aber als er selbst älter wurde, hatte er sich mit der Gewissheit beruhigt, dass seine Art zu solchen Empfindungen gar nicht in der Lage war. Doch nun war die Wirklichkeit über ihn hereingebrochen und hatte ihn höhnisch eines Besseren belehrt.

 

Er versuchte, den Schmerz zu lokalisieren. Die nebulöse Höllenqual, die von überallher zu kommen schien, machte es ihm nicht leicht. An jeder Ecke seines Körpers schien sich die Pein zu vervielfältigen und in alle Richtungen auszustrahlen, an jeder Biegung echote es grell. Er konzentrierte sich mit all seiner verbleibenden Kraft. Nach einer Weile schien sich die Schmerzspirale nur noch in eine Richtung zu bewegen, von oben nach unten. Er atmete vor der nächsten Schmerzwelle ein und hielt den Atem an. Ja, es war der Kopf. Was war bloß passiert?

 

Erst jetzt bemerkte er seine Befüllerin, die über ihm gebeugt stand, die Stirn ratlos in Falten gelegt, den Blick prüfend. Sie murmelte etwas, doch er konnte ihre Sprache noch immer nicht verstehen. Sprachen waren nie seins gewesen. Nicht so wie viele seiner Kollegen, die sich damit rühmten, die Gespräche ihrer Befüller Wort für Wort wiedergeben zu können. Das war ihm nie wichtig gewesen. Er hatte sich stets darauf konzentriert, lautlos und unsichtbar seine Aufgaben zu verrichten. Der perfekte Butler.

 

Sie betastete seinen Kopf und für wenige Sekunden schien der Schmerz unter ihren zarten Fingern zu verblassen. Ja, das ist gut. Er gab einen quietschenden Seufzlaut von sich, ermutigte sie, weiter zu machen, bei ihm zu bleiben und seinen Schmerz zu lindern. So wird es sein, dachte er. Sie wird mich heilen. Und dann wird alles wieder wie früher sein.

 

Doch sie zuckte nur mit den Schultern, ließ ihn wieder los und ging davon. Denn auch sie verstand seine Sprache nicht. Sie wusste nichts von seinen Empfindungen, seinen Ängsten und seinen Wünschen. Sie kannte seine Gedanken und Träume nicht. Sie ahnte nicht, dass er sich nach ihrer Berührung sehnte und dass er sich manchmal, wenn er nachts nicht schlafen konnte, ihre Stimme in Erinnerung rief.

 

Für sie war er nur ein kaputter Mülleimer.

wpid-20140323_123824.jpg

Vor kurzem ist unserem Mülleimer die Deckelklappe entzweigegangen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was da passiert sein könnte, ich war nicht dabei. Nun wünscht sich der Mann einen, der bei seinem bloßen Anblick das Maul aufsperrt. Kann mir schon denken, wieso…

Ich jedenfalls dachte bisher immer, das gibt’s nur im Film. Aber mir scheint, hier werden wir fündig. Einzige Sorge: die Klappe könnte uns in unserem Wegwerfschwung durch ihre eingebaute Langsamkeit bremsen. Ach ja, und mein Lieblingsstück gibt’s nur mit Fußbetrieb: den mit den Wörtern, der einzige, der wirklich in diesen Haushalt passt.

Flattr this!