Littlejamie - The best things come in small packages

Echo

16.05.12 00:26 | Kommentare: 14

Ich feede seit einiger Zeit meine Blogbeiträge in Twitter und in Facebook, um — nun ja, was soll ich lang drumrum lügen — um einfach mehr Reichweite zu haben. Ich bin mir darüber bewusst, dass mich quasi niemand liest, dass mein Blog, obwohl schon so lange dabei, kaum jemand kennt (Jamie who?). Klar, die paar Menschen, die mich persönlich kennen, und die anderen paar, die vielleicht von früher übriggeblieben sind, die sind zwar da, aber die machen leider keine Reichweite. In Klout- und sonstwas-Score will ich das lieber nicht ausdrücken.

Also Twitter und Facebook. Anfangs noch über Networkedblogs, aber irgendwie hat mir die Einbindung nicht so ganz gefallen, also verzichte ich seit ca zwei Monaten darauf und verbreite jeden Blogpost händisch. Und auch wenn ich meistens nachts blogge, weil ich dann mehr Ruhe im Hintern habe, so merke ich dennoch eine Art von Response. Sei es durch Retweets und — seltener — Favsterne bei Twitter oder durch Likes und Kommentare bei Facebook. Nur meistens bleibt das Blog kommentarlos. Die meisten begnügen sich damit, bei Facebook den Daumen hochzuhalten, und machen sich nicht mehr die Mühe, mir hier im Kommentarfeld was zu schreiben und dann auch noch diese unsägliche Kontrollzahl zu notieren, nur um zu beweisen, dass sie aus Fleisch und Blut und nicht aus Bits und Bytes sind.

Kann ich verstehen. So ein Like-Button oder ein Fav-Stern ist schnell geklickt, da macht man nicht viel Aufhebens, muss nicht noch seine Meinung kundtun oder gar in Diskussion mit anderen treten, die womöglich nicht die eigene Meinung vertreten... Im Grunde genommen ist das wie der Punkt, den ich selbst häufig unter Beiträge setze, wenn mein Kommentar eigentlich lauten würde "Jo, seh ich genauso". Easy-peasy, zack! den Stern oder den Daumen drunter, fertig. Der andere wird schon verstehen, dass man seiner Meinung ist.

Das Problem ist allerdings, also einmal abgesehen davon, dass sich mein Blog furchtbar ängstigt wenn man es alleine lässt und ich bestimmt gleich anfange, was von Einhörnern und Glitzer zu reden, wenn man mich nicht stoppt, dass das Blog dann aussieht wie eine verlassene Geisterstadt aus dem Wilden Westen, durch die hier und da das Tumbleweed rollt und wo die Saloontüren quietschen. Es sieht einfach scheiße aus, wenn man sich einen Wolf schreibt und keine Sau kommentiert das. Weiß nicht, ob das daran liegt, dass es einfach keine Sau interessiert, was ich so zu sagen habe (kann ja auch sein) oder daran, dass ihr euch alle nicht traut, weil meine Themen so kontrovers sind. Ja, ich weiß, sind sie nicht. Ich würde mich trotzdem über Kommentare freuen. Ganz ehrlich.

So entsteht denn also auch die folgende Frage: wie seht ihr das, wie handhabt ihr es? Ihr anderen Blogbetreiber, die ihr eure Posts in Twitter und Facebook verbreitet. Wo habt ihr die Response lieber, in den flüchtigen Kanälen oder im Blog?

Dazu fällt mir Sascha Lobo ein, der nicht zuletzt auf der re:publica zum Bloggen aufrief, denn das eigene (am besten selbstgehostete) Blog ist etwas, was uns keiner nehmen kann, im Gegensatz zu Diensten wie Twitter, Facebook, Tumblr, Posterous und wie sie nicht alle heißen, die eines Tages plötzlich von irgendeinem anderen ebenso flüchtigen Dienst aufgekauft und geschlossen oder zumindest kaputt gemacht werden können. Ja zum Blog. Sag ich ja jetzt auch neuerdings wieder. Und hätte gern mehr Kommentare. Und zwar direkt hier. Aber mich mag ja keiner *heul*

Mein Freund der Baum oder Berliner Nostalgie

15.05.12 21:52 | Kommentare: 3

Da lese ich was vom Abriss des alten, versifften S-Bahnhofs Warschauer Straße und bekomme spontan Nostalgie. Warschauer Straße, das war doch der Bahnhof, wo wir damals ausstiegen, 2005, um zur Blogmich zu gelangen. Ich erinnere mich nur vage daran, die Brücke über der Spree, die East Side Gallery, diese kalte, zugige Halle, die schlecht ausgeleuchtet war, mein Blog in Rosa ausgedruckt und an die Wand gepinnt, neben den hundert anderen, die noch zugegen waren.

Ein paar Jahre zuvor war ich auch in Berlin, 1995 und 1996 um genau zu sein. Der Potsdamer Platz war eine riesige Baustelle mit Brachlandcharakter (oder war es umgekehrt?), und wir wohnten weit im Osten, in der Platte. Wir fuhren mit der S-Bahn vom Alex über Ostkreuz nach Hohenschönhausen, die Wohnung lag im 10. Stock mit großartigem Blick über die weiten Alleen des sozialistischen Arbeiterstaates, hatte einen Fahrstuhl mit laut zuknallender Tür und diese doppelten Balkontüren, die ich aus Rumänien kannte.

Auch daran habe ich nur noch schemenhafte Erinnerungen, woran ich mich aber sehr lebhaft erinnere, ist folgendes: auf dem Bahnsteig der S-Bahn-Station Ostkreuz, Richtung Marzahn/Wartenberg, wenn man in Fahrtrichtung links saß, konnte man auf dem Bahnsteig einen Baum sehen. Einen echten, wahrhaften Baum (es mag eine Pappel gewesen sein oder eine Birke), der aus dem Pflasterstein wuchs und durchaus schon einige Jährchen auf dem Buckel hatte. Ich wollte immer ein Bild machen. Wie das so ist, wurde nichts daraus.

Ich habe ihn nie vergessen. Als ich vor zwei Jahren zu meiner ersten re:publica in Berlin war, bin ich dann zum Ostkreuz gefahren. Habe die S-Bahn genommen, mich so positioniert, als würde ich nach Hohenschönhausen fahren, und nach links geguckt. Nichts. Er ist weg. Und zwar so, als hätte es ihn nie gegeben, meinen Bahnsteigbaum. Der Bahnsteig sieht aus wie jeder andere Außenbahnsteig, die kleinen Pflastersteine weisen keinerlei Spuren eines abgesägten Baumes auf, keinen Hubbel, der auf unterirdisches Wurzelwerk hindeutete, nada, niente, nitschewo. Und ich habe gut und gerne zwanzig Minuten auf diesem verwinkelten Bahnhof verbracht, bin rauf und wieder runter gegangen, habe von oben geguckt, bin nah ran gegangen, habe mehrfach die Seite gewechselt. Nope.

Ihr Schweine, ihr habt meinen Baum getötet!

Erinnert sich eigentlich außer mir noch jemand an den Baum? Ich komm mir schon komisch vor, so als einzige. Einfach melden, das verschafft mir ruhige Nächte.

Tagebuchbloggen 10. Mai 2012

10.05.12 14:59 | Kommentare: 0

Restlessness. Bin momentan viel auf Achse. Ägypten, Rom, Helgoland, Berlin, Frankfurt, Köln, New York. Meinetwegen kann das immer so weitergehen, Jetsetter, immer mit dem Köfferchen in der Hand, welches Buch kauf ich mir am Flughafen nehm ich mir mit, ankommen - einchecken - auspacken - Ort erkunden, abends ein kühles Bier im Straßencafé vorm Hotel, am Morgen Sonnenaufgang vom Bett aus, mit den Zehen wackeln und glücklich sein.

Stattdessen ein Sommer und eine Arbeit, die beides nicht so richtig in Fahrt kommen wollen. Fragt sich, was schlimmer ist.

*

Wurde vor kurzem mehrfach gefragt, warum ich nicht blogge. Gute Frage. Ich bin mir noch ein oder mehrere Ägypten-Beiträge schuldig, einer zur Klassenfahrt auf die Insel ist auch schon angefangen, zum Rom-Wochenende wollte ich auch noch was schreiben... Überforderung galore. Worte ey. Bandsalat. Synapsenverhedderung. Quatsch im Kopf, der sich nicht in Worte packen lässt.

Und dann Berlin. Diese Stadt haut mich jedesmal aus den Socken. Gleißender Sonnenschein ohne Sonnenbrille, viel zu starker Kaffee auf leeren Magen, Barfußlaufen auf heißem Asphalt, gingeschwängerte Tweets von Kneipenklos, im Morgengrauen an einer verregneten Straßenkreuzung stehen und sich nicht um die Kälte kümmern, und gleichzeitig debil grinsen und sich wie ein Kind freuen, jeden Augenblick genießen und hoffen, dass er nie zu Ende geht. Manmanman, Berlin, was machst du da immer mit mir? Aber schee ists... Immer immer wieder.

*

Und dann hab ich neulich die innere Rampensau glücklich gemacht: Moderation der Frühlingslesung von Isa und Maximilian. Habe nun Blut geleckt. Dem kleinen Teufel leuchten die Augen, während er sich die Hände reibt und nach weiteren Profilierungsmöglichkeiten Ausschau hält. Was kann ich denn als Nächstes mal moderieren? Oder, wie ich Lady Grey noch am selben Abend sagte: "Dann muss ich eben lesen!"

Dafür muss ich mehr schreiben. Wir drehen uns im Kreis.

Lammkeule im Ofen

29.04.12 22:03 | Kommentare: 0

Ostern ist zwar schon vorbei, aber uns war heute trotzdem nach Lamm. Und da wir noch eine Lammkeule im Tiefkühlfach hatten, stand dem nichts im Wege. Das Rezept ist einfach, dauert nur "ein bisschen". Aber man muss wenigstens nicht die ganze Zeit daneben stehen und aufpassen. Ich stelle mir bei solchen Dingen immer einen Wecker und... gehe an den Rechner.


Lammkeule im Ofen
1 Lammkeule
ein paar Knoblauchzehen, zum Teil in Stifte geschnitten
1 Glas Weißwein
1 Tasse lauwarmes Wasser
etwas Weinbrand
Öl (nach Geschmack, ich hab Olivenöl genutzt)
Rosmarin und Majoran (ein paar frische Zweige, zur Not auch trocken)
ein paar Minzeblättchen (optional)
Salz
Pfeffer

Die Lammkeule ordentlich waschen und trocken tupfen. Mit einem scharfen Messer hier und da einschneiden und mit den Knoblauchstiften spicken. Keule mit Öl, Salz und Pfeffer einreiben, evtl. auch mit ein paar Rosmarinbüschelchen spicken, dann in einen geölten Bräter legen. Weißwein, Weinbrand und Wasser in den Bräter gießen, etwas Rosmarin und Majoran (und Minzeblättchen) aufs und rund ums Fleisch streuen, den Bräter mit Alufolie (oder einem passenden Deckel) abdecken und in den auf 200° vorgeheizten Ofen geben. Ich hab hier eine rote Zwiebel geviertelt und in die Ecken des Bräters gelegt, ebenso wie die ungestiftelt gebliebenen Knoblauchzehen.

Nach 30 Minuten Deckel abnehmen, Keule umdrehen, wieder zudecken und weiter braten. Nach weiteren 30 Minuten nochmal das gleiche. Nach den dritten 30 Minuten gibt man die Frühkartoffeln, die man zwar gewaschen aber nicht geschält hat, mit in den Bräter, ebenso wie noch einige Zweige Rosmarin und Majoran, und lässt es erneut 30 Minuten braten. Am Ende dieser Zeit den Deckel abnehmen und alles für 20-30 Minuten rösten lassen. Dadurch bekommt das Fleisch eine schöne Kruste. Zwischendurch die Keule mit der entstandenen Sauce begießen. Wenn die Flüssigkeit im Bräter einkocht, Wasser nachgießen.

Dazu passt ein grüner Salat.

Am Ende sah es so aus:

So ein Käse

25.04.12 12:10 | Kommentare: 0

Wisst ihr noch damals, im letzten Herbst, als wir im Cilento dichtgedrängt um Giovanna Voria und ihre Helferin vom Agriturismo Corbella herumstanden und mit großen Augen und angehaltenem Atem zusahen, wie in großen Töpfen Käse und Ricotta entstanden? Was für ein Spaß! Und welch Erkenntnisgewinn, als uns endlich aufging, wie aus Milch diese Leckereien werden, die man sich täglich ahnungslos aufs Brot schmiert.

Sowas wollte ich auch immer machen, seit Cilento sowieso. Und nun war es gestern endlich soweit: ich hatte mir einen großen 1000-Gramm-Becher fetten griechischen Joghurt gekauft und wollte ihn in Frischkäse verwandeln. Nach der eingehenden Studie diverser kochfreudiger Foren wusste ich dann auch, wie.


Frischkäse aus Joghurt selbst herstellen
Man braucht:
Joghurt, am besten fette(re)n
Mulltuch oder ähnliches
hohen Becher
große Schüssel

Um Frischkäse aus Joghurt herzustellen, muss man dem Joghurt die Flüssigkeit entziehen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Möglichkeit eins:
Einen hohen Becher in eine größere Schüssel stellen, den Becher mit Mulltuch auskleiden, den Joghurt in das Mulltuch geben, darauf achten, dass die überstehenden Ecken des Tuchs IN der Schüssel liegen und nicht außerhalb, über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Morgen hat man dann den Frischkäse im Mulltuch und die Molke in der Schüssel. Diese nicht abgießen, daraus kann man noch was machen.

Möglichkeit zwei:
Den Joghurt in eine mit Mulltuch ausgekleideten Schüssel stürzen, dann die Ecken des Tuchs zusammenbinden und über der Schüssel aufhängen. Die abtropfende Molke wird so in der Schüssel aufgefangen.

Je länger man den Joghurt abtropft, umso härter und trockener wird der Frischkäse. Hier entscheidet also die eigene Präferenz.

Den Frischkäse aus dem Tuch kratzen, eine Kugel daraus formen und genießen. Oder für später kaltstellen.

*

In Ägypten gab es beim Frühstück eine ägyptische Spezialität, die sich Labneh (Labaneh) nennt. Das war auch ein Frischkäse, aber salzig und mit Olivenöl. Der geht so:

Labneh / Labaneh aus Joghurt
Dazu geht man wie in Möglichkeit eins vor, nur dass man den Joghurt vorher mit etwas Salz vermischt (ca 1 TL Salz auf 500g Joghurt oder ausprobieren). Wenn am nächsten Tag der Frischkäse fertig ist, Olivenöl darüber träufeln und nach Gusto gewürfelte Tomaten, Gurken, Paprika darunter mischen. Superlecker! Musste ich jeden Tag haben, so lecker.

*

"Und die Molke? Wozu haben wir die aufbewahrt?" fragt ihr. Here you go:

Ricotta
Zutaten:
die abgetropfte und aufbewahrte Molke
frische, vollfette Milch
evtl. etwas Salz
ein gutes Thermometer (ich hab mein Bratenthermometer genommen)

Mengen: etwa 1 Teil Milch zu 2 Teilen Molke. Die Molke auf 90° erhitzen. Separat die Milch auch erhitzen, aber nicht kochen. Wenn die Molke bei 80-90° gelangt ist, die Milch in die Molke einrühren. Alternativ kann man auch beides gleich zusammen erhitzen. Es flockt sofort, nicht erschrecken. Vom Herd nehmen und kurz stehen lassen.

Dann die weißen Flocken abschöpfen und in einem feinen Sieb, einer speziellen Käseform oder einem Tuch abtropfen lassen. Das ist der Ricotta.

Und auch hier gilt: je länger man ihn abtropfen lässt, umso härter und trockener wird er. Salzen ist auch möglich, vor oder nach dem Abtropfen, je nach Gusto.

Nun kann man den Ricotta gleich essen oder auch längere Zeit im Kühlschrank stehen lassen und dann überbacken. Ich habe meinen kleinen Batzen vorhin gelöffelt :)


Die kleine Donna rührt die Milch in die Molke und schaut uns grinsend an: "Ri-cotta" sagt sie. Ein Raunen geht durch die Menge, einige lachen. Erlösung. Ri-cotta: der Wieder-Gekochte.

Bevor Sie rollen - essen leckere Brot mit Schnittlauch

23.04.12 15:42 | Kommentare: 0

Ihre Zwiebeln wollte wahrscheinlich nicht, still zu sitzen in den Schrank, sie fühlten sich die Feder und beschlossen, eine hellgrüne Schnittlauch freizugeben. Mit so ungeduldig Zwiebeln nichts Gutes, es ist welk und weich, in der Regel landet in einem Müllcontainer. Jedoch begrüße ich solche Aktivisten sind begierig, ihre Unterkunft auf meiner Fensterbank und Küche nach ein paar Tagen habe ich ein leckeres Abendessen Brot mit Frischkäse, Schnittlauch, leicht gesalzen, mit der Zugabe von frisch gemahlenem Pfeffer verbreiten versichern. Stolz! Denken Sie darüber nach beim nächsten Mal, bevor Sie seufzen, Zwiebel, dass wieder nichts :-)
Glasklar, oder?

Von hier. Mit freundlichen Grüßen von Google Translate.